Blumige Pracht statt wucherndes Unkraut

Medet Cakiroglu hat das Hochbeet vor seinem Restaurant mit Blumen bepflanzt. Fotos: cvs
Von Christopher von Savigny, Eimsbüttel -
Blütenpracht am Rande von Eimsbütteler Straßen und Wegen: Vor dem türkischen Restaurant „Dilara“ im Weidenstieg zeigen sich Stiefmütterchen, Tränendes Herz, Mohn- und Glockenblumen von ihrer schönsten Seite. Restaurantbesitzer Medet Cakiroglu hatte das städtische Hochbeet vor zwei Jahren in mühseliger Arbeit von Unkraut befreit und bunte Blumen eingesetzt. „Ich wollte, dass man etwas Schönes zu sehen bekommt“, erzählt er. „Wenn die Leute zum Beispiel einen anstrengenden Tag hatten, können sie vor dem Beet stehenbleiben und einmal tief durchatmen“, erzählt er stolz.
Private Stadtbegrünung ist „in“ im Stadtteil: Allerorts sieht man Beete und Baumscheiben, die von wucherndem Grün befreit und neu bepflanzt wurden – zuweilen sogar mit Gemüsesorten wie Karotten oder Radieschen. „Ich finde das großartig“, sagt die Bezirksversammlungsvorsitzende Mechthild Führbaum (SPD), die selbst ein Beet in der Hallerstraße betreut. „Wenn Bürger so etwas in die Hand nehmen, muss man das unterstützen.“ Allerdings scheint vom Amt bislang noch nicht besonders viel Hilfe zu kommen. Zwar bietet der Bezirk sogenannte Patenschaften für öffentliche Beete an. Aber: „Es fehlt ein fester Ansprechpartner im Bezirksamt“, so Führbaum.
Begonnen hatte der Garten-Boom auf öffentlichen Wegen und Plätzen in diesem Frühjahr: Die eigens gegründete „Initiative GrünAnTeil“ hatte an Straßenrändern und auf Verkehrsinseln, wie etwa am Schlump, Samen von Wiesenblumen ausgestreut. Ein Teil davon ist dem trockenen Frühjahr zum Opfer gefallen, aber ein bisschen Blumenwiese hat sich dennoch entwickeln können. „Wir möchten brach liegende Flächen wieder zum Leben erwecken und nutzbar machen“, sagt Mitbegrün(d)er Philipp Baumgaertel. Von ungeplanten Aktionen hält er nichts: „Solche Beete müssen gepflegt werden.“ Im Frühjahr hatte eine Hamburger Facebook-Gruppe zum nächtlichen Aussäen von Sonnenblumenkernen aufgefordert. Die Projekte von GrünAnTeil seien im Gegensatz dazu mit dem Bezirksamt abgesprochen worden, so Baumgaertel.


Info: 61 Patenschaften

Laut Bezirksamt Eimsbüttel haben sich bislang 61 Bürger als so genannte „Straßenbegleitgrünpaten“ und weitere 29 als Parkpaten angemeldet. Letztere übernehmen Beete in öffentlichen Grünflächen. „Darüber hinaus gibt es immer wieder Bürger, die von sich aus Beete anlegen und pflegen“, erklärt Pressesprecher Stephan Glunz. „Soweit die Verkehrssicherheit oder die Wegesicherheit nicht gefährdet sind, schreitet der Bezirk nicht ein.“ CVS
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