Bismarckstraße: So wird das Brandhaus saniert

Trümmerhaufen: In einer Wohnung in der Bismarck- straße 59 wird der Putz abgestemmt. Stück für Stück wird das Haus saniert.
  Hamburg: Bismarckstraße 59 |

32 Wohnungen in der Bismarckstraße 57 bis 61 müssen erneuert werden – Mieter können voraussichtlich 2016 zurückkehren

Was für ein Schutt. In großen Haufen liegen abgekloppter Putz und Mörtel auf dem Boden herum. Dichte Staubschwaden wabern durch die Luft. Es fällt schwer zu atmen. Die Bauarbeiter tragen alle Mundschutz, wenn sie den Putz von der Wand stemmen.
Bismarckstraße 59, dritter Stock. In diesem Haus brannte es Anfang November 2014. Das Dachgeschoss fing bei Bauarbeiten Feuer. Über Stunden wüteten die Flammen, hüllten Hoheluft und Eimsbüttel in Rauchschwaden. Alle Bewohner kamen rechtzeitig raus aus ihren Wohnungen. Als das Feuer aus war, zeigte sich das ganze Ausmaß der Katastrophe: Von den Massen an Löschwasser war das ganze Haus feucht geworden. Unbewohnbar – auf lange Zeit. 71 Mieter mussten schnell eine neue Bleibe finden. Hat geklappt, dank großer Hilfe aus dem Viertel.
Seit ein paar Monaten wird das Gebäude mit den Eingängen an der Bismarckstraße 57 bis 61 Stück für Stück wieder hergerichtet. Raum um Raum, Wohnung um Wohnung, Etage um Etage. Im ganzen Gebäude hat sich die Feuchtigkeit in die Wände gesogen. Man spürt die Nässe und Kälte. Große Schimmelflecken sind an den Wänden. Dicke Rohre pusten Warmluft in das Gebäude, Entfeuchter stehen in den Räumen. Es ist so heiß wie im Sommer.

Miete soll für die Bewohner gleich bleiben

„Es wird noch einige Wochen dauern, bis das Gebäude trocken ist“, sagt Torsten Götsch von der Baugenossenschaft dhu. „Erst dann können wir in den Wohnungen anfangen zu sanieren.“ Klar ist: Alles wird wieder so hergerichtet wie vor dem Brand. „Alle Bewohner können wieder zurückkehren, zu den gleichen Bedingungen wie vorher“, so Götsch. Heißt: zur gleichen Miete.
Das Haus aus dem Jahr 1928 ist ein Schmuckstück an der Bismarckstraße. Mit seiner markanten Fassade und den kleinen Erkern an der Seite wirkt es wie ein kleines Schlösschen. Götsch geht davon aus, dass nahezu alle Bewohner wieder einziehen werden. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, er rechnet damit, dass es 2016 so weit sein wird. Kosten für den Wiederaufbau: Mindestens fünf Millionen Euro.

55.000 Euro wurden gespendet

Die Mieter der Bismarckstraße 57 bis 61 wohnen nun über Eimsbüttel und umliegende Stadtteile verstreut, teilweise in Barmbek oder Blankenese. Für Familien mit Kita- und Schulkindern konnten recht schnell neue Wohnungen im Viertel gefunden werden. Regelmäßig treffen sie sich, erfahren das Neueste von der Baustelle. „Diese schreckliche Erfahrung hat die Bewohner noch ein bisschen mehr zusammengeschweißt“, erzählt Genossenschaftsvorstand
Torsten Götsch. Die Mieter und die Genossenschaft freut die große Hilfsbereitschaft und Unterstützung aus dem Viertel. Nach einem Spendenaufruf kamen bis heute gut 55.000 Euro zusammen. Davon konnten sich die vertriebenen Eimsbütteler zunächst einmal das Nötigste besorgen. Ein Großteil des Hausrats aus der Bismarckstraße ist Schrott. Viele standen vor dem Nichts. „Die Bewohner und wir als Genossenschaft möchten uns herzlich für diese Hilfe bedanken“, sagt Götsch. In ein paar Monaten feiern die Mieter der Bismarckstraße ein Sommerfest. Sie halten zusammen, wie Eimsbüttel eben zusammenhält.
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