Bezirksamtsleiter darf nochmal sechs Jahre

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SPD-Duo am Grindelberg: Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke nach seiner Wiederwahl mit Mechthild Führbaum, Vorsitzende der Bezirksversammlung.

Eimsbüttel: Torsten Sevecke (SPD) ist wiedergewählt worden

Hat gereicht: Torsten Sevecke (SPD) ist als Bezirksamtsleiter von Eimsbüttel wiedergewählt worden. Der Sozialdemokrat holte 31 von 50 möglichen Stimmen – 62 Prozent. Bei seiner
ersten Wahl im Frühjahr 2010 stimmten 94 Prozent der Abgeordneten in der Bezirksversammlung für Sevecke.

CDU stimmte geschlossen gegen Sevecke

Große Freude sieht vermutlich anders aus. Sevecke lächelte etwas gequält, zeigte sich erleichtert, dass alles glatt ging. „Mir ist ein ziemlicher Stein vom Herzen gefallen“, sagte der Verwaltungsleiter. Die rot-grüne Koalition in Eimsbüttel stützte ihn in weiten Teilen, die CDU (zwölf Sitze) stimmte geschlossen gegen ihn. Insgesamt lehnten 18 Bezirksparlamentarier Seveckes Wiederwahl ab, es gab eine Enthaltung.
Sevecke startete 2010 mit großen Ankündigungen, von denen so manche im politischen und behördlichen Alltag nicht durchzuhalten waren. Eine umfassende Beteiligung der Bürger und Initiativen, keine Kürzungen im sozialen Bereich, mehr als 500 genehmigte Wohnungen pro Jahr, Verbleib der Universität in Eimsbüttel, Lösung des Isebek-Konflikts. In Sachen Wohnungsbau und Uni lief und läuft es gut: Eimsbüttel winkt deutlich mehr als 500 Wohnungen pro Jahr durch, die Uni bleibt im Kerngebiet.
In Seveckes erste Amtszeit fallen aber auch so unpopuläre Entscheidungen wie die Schließung des Stellinger Kundenzentrums, womit er die gesamte Bezirkspolitik düpierte, sowie vom Senat erzwungene Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Mal ganz abgesehen von der Räumung eines von einem Bürger gepflegten Ein-Quadratmeter-Beets, womit sich das Bezirksamt hamburgweit lächerlich machte.

Sein Führungsstil kommt nicht bei allen gut an

Als Bundeswehr-Reserve-Offizier pflegt der Mann aus Hoheluft einen gewissen Führungsstil, der nicht bei allen Bürgern und Initiativen gut ankommt. Geht es in Eimsbüttel um Bäume oder Grün – sei es am Isebek oder am Eidelstedter Platz – stimmen die Bürger meist gegen die Pläne der etablierten Politik. Scheint eine Art Naturgesetz zu sein.
Lob und Tadel für Seveckes Handeln ziehen sich quer durch die politischen Lager: Während Linke-Fraktionschef Hartmut Obens die gute Zusammenarbeit mit dem Verwaltungschef lobt, rät FDP-Kollege Burk-hardt Müller-Sönksen, „häufiger mal mit Minderheiten zu reden“. Seien es nun parlamentarische wie die FDP-
Abgeordneten oder Bürgergruppen.
Einig sind sich zumindest alle Fraktionen, dass noch eine Menge auf Sevecke und seine Leute im Amt zukommt – vor allem die Herausforderung, Tausende Flüchtlinge im Bezirk unterzubringen und zu integrieren (siehe Extra-Text).
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3 Kommentare
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 11.01.2016 | 01:06  
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kai dirksen aus Eimsbüttel | 10.02.2016 | 18:51  
236
Fran Kee aus Eimsbüttel | 11.02.2016 | 09:17  
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