Bertini-Preis für Ida-Ehre-Schule

Regelmäßige Gedenkveranstaltungen: Für die ehemalige jüdische Schülerin Renate Freimuth liegt ein Stolperstein vor dem Eingang der Ida-Ehre-Schule.

Projekt „Steine des Anstoßes“ wurde ausgezeichnet

Sie erinnern an ehemalige jüdische Schüler, engagieren sich für ein Deserteursdenkmal und gehen auf die Straße gegen Neonazismus: Für ihr Engagement sind Schüler der Ida-Ehre-Schule mit dem Bertini-Preis (siehe unten) ausgezeichnet worden.
„Steine des Anstoßes“ heißt das Projekt, das seit 2009 immer mehr Beachtung findet. Damals begannen Schüler mit der Geschichtslehrerin Inge Mandos, die Lebensläufe ehemaliger jüdischer Schüler zu recherchieren. Die 1934 eröffnete frühere Jahnschule an der Bogenstraße (heute Ida-Ehre-Schule) war nationalsozialistisch geprägt, ab 1935 wurden die jüdischen Mitschüler vertrieben. Auf 40 Namen stießen die Schüler bei ihren Recherchen, mit acht der Überlebenden führten sie Interviews. Die Ergebnisse dieser Recherchen sind in einer Broschüre zusammengefasst worden.
Das Erinnerungsprojekt wurde inzwischen ausgeweitet. Jedes Jahr gibt es eine Gedenkveranstaltung für die ermordete ehemalige Schülerin Renate Freimuth. Für sie wurde ein Stolperstein vor dem Eingang der Schule gesetzt. Zudem finden regelmäßig Gespräche von Schülern mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus statt, Stadtteilrundgänge oder Lesungen zum Tag der Bücherverbrennung am Kaiser-Friedrich-Ufer werden organisiert. „Das Projekt wurde in alle Jahrgänge und viele Klassen getragen, es gehört mittlerweile zum Schulalltag“, sagt Lehrerin Inge Mandos. Aus „Steinen des Anstoßes“ ist eine Art Schwerpunkt an der Ida-Ehre-Schule geworden, mit Einrichtungen und Initiativen im Stadtteil arbeitet die Gruppe eng zusammen. Jüngstes Projekt ist das Engagement für ein Deserteursdenkmal in Hamburg. Schüler schrieben Briefe an
Politiker und veranstalteten eine Podiumsdiskussion.
Der Bertini-Preis ist für die Aktiven Ansporn, weitere Themen aufzugreifen. „Eine Gruppe arbeitet gerade über Euthanasie, eine andere setzt sich für die Umwandlung des Kriegsklotzes am Dammtor in ein Deserteursdenkmal ein“, so Mandos. Für die Auszeichnung erhielt die Schule 1.500 Euro. Das Preisgeld soll eventuell für eine Gedenktafel zur Erinnerung an ehemalige jüdische Schülerinnen verwendet werden.

Bertini-Preis

Mit dem Bertini-Preis werden junge Hamburger für besonderes Engagement und Zivilcourage ausgezeichnet. Der Name geht auf den Romantitel „Die Bertinis“ zurück. Schriftsteller Ralph Giordano schilderte darin die Geschichte seiner jüdischen Familie während des Nationalsozialismus.

Die Broschüre „Steine des Anstoßes“ zu jüdischen Schülern an der Ida-Ehre-Schule gibt es für 2,50 Euro im Schulbüro, Bogenstraße 36.
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