Beiersdorf streicht Stellen – zieht auch noch Tesa weg aus Eimsbüttel?

Forschung und Entwicklung bei Tesa: Dem Tochterunternehmen von Beiersdorf geht es gut, es ist aber zu eng am Standort in Hoheluft. Womöglich verlässt der Klebemittelhersteller mitsamt seinen 800 Hamburger Mitarbeitern die Stadt. Beim Mutterkonzern Beiersdorf (Nivea) hingegen werden bis zu 230 Mitarbeiter gehen müssen. Foto: Tesa

Bis zu 230 Mitarbeiter müssen gehen – Tesa hingegen sucht nach größeren Flächen

Aderlass bei Beiersdorf: Bis zu 230 Mitarbeiter des Kosmetikkonzerns aus Eimsbüttel müssen gehen. Zudem plant das Tochterunternehmen Tesa den Umzug mit 800 Mitarbeitern – vermutlich weg aus Hamburg.
Der Nivea-Konzern will sparen und streicht deshalb Stellen. Im Konzernjargon ist von einer „Neuausrichtung“ die Rede, Beiersdorf will den einzelnen Geschäftsregionen mehr Gewicht geben. Entsprechend wird die Zentrale in Hamburg – zuständig für „globale und strategische Aufgaben“ – schrumpfen. Hauptsächlich im Verwaltungsbereich sollen Stellen wegfallen – weltweit sind es 1.000. Beiersdorf beschäftigt in Hamburg insgesamt 4.500 Menschen, weltweit 18.000.
Zugleich plant das Tochterunternehmen Tesa einen Umzug. In Norderstedt hat der Klebemittelhersteller bereits ein Grundstück gekauft. Es gibt zwar noch eine Rücktrittsmöglichkeit. Mit den Umzugsplänen ist es aber Ernst. „Wir prüfen seit Jahren eine Verlagerung weg vom alten Standort. In Hoheluft ist es für unsere Zentrale und die Forschung und Entwicklung zu eng“, sagt Sprecher Reinhart Martin auf Anfrage des Elbe Wochenblatts. Tesa möchte seine Abteilungen unter einem Dach vereinen – derzeit ist die Zentrale an der Quickbornstraße, die Forschung und Entwicklung am Wiesingerweg untergebracht. Das Unternehmen prüfe aber auch mögliche Flächen in Hamburg. Bis zum Sommer soll eine Entscheidung fallen.
800 Menschen arbeiten in Hamburg für Tesa, das von den Sparbeschlüssen des Mutterkonzerns allerdings nicht betroffen ist. Im Gegenteil: „Wir rechnen mit einem kontinuierlichen Mitarbeiterzuwachs“, so Martin.
Das sieht bei Beiersdorf anders aus. „Wer will gehen? Freiwillige vor“, heißt dort derzeit die Devise. Im Klartext: Abfindungen und andere Trostpflas-ter sollen Mitarbeiter zum Jobverzicht ermuntern, um vorerst unpopuläre Kündigungen zu vermeiden.
Kritik an der Personalpolitik der Konzernführung kam vom Betriebsrat: Gegen dessen Widerstand habe Beiersdorf noch dieses Jahr weiter Mitarbeiter eingestellt, obwohl sich bereits Probleme abgezeichnet hätten.


Beiersdorf und Tesa: Der Konzern in Kürze

Der Beiersdorf-Konzern ist im wesentlichen für seine Hautpflegemarke Nivea bekannt, die dieses Jahr ihren 100. Geburtstag feierte. Weil andere Geschäftsbereiche schwächelten, will sich der Konzern auf die Nivea-Produkte konzentrieren. Der Umsatz von Beiersdorf lag 2010 bei 5,6 Milliarden Euro.
Tesa ist ein Tochterunternehmen, bekannt für die gleichnamigen Klebestreifen. Mehr als 80 Prozent seines Geschäfts macht Tesa allerdings mit Produkten für die Automobil-, Elektronik- und Druckindustrie. 2010 betrug der Umsatz 882 Millionen Euro – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor.
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