Beet plattgemacht

Das Hinweisschild nützte offenbar nichts. Foto: pr

Grünpatin: „Alles abgemäht“

Carsten Vitt, Eimsbüttel
Franziska Schultz macht Eimsbüttel bunter. Seit vier Jahren bepflanzt sie in Eigeninitiative mehrere Flächen an Straßenrändern. Sie hat mit dem Bezirk eine Patenschaft darüber abgeschlossen. Nun ging etwas schief.Seit vorigem Jahr kümmert sie sich um eine Verkehrsinsel an der Fruchtallee: Oregano, Johanniskraut, Klee, Schafgarbe und Stockrosen hatte die Eimsbüttelerin dort gepflanzt.
Doch vor ein paar Tagen machten Mähtrupps alles platt – nicht zum ersten Mal. Dabei hatte sie extra ein Schild aufgestellt: „Grünpatenschaft, nicht mähen“ steht darauf. Schultz ärgert sich: „Mit meinen Steuergeldern bezahle ich auch noch die Zerstörung dessen, was ich in meiner Freizeit geschaffen habe.“
Nachfrage beim Bezirksamt Eimsbüttel: Warum klappt das nicht? Zunächst heißt es, Franziska Schultz sei als Grünpatin nicht bekannt. Komisch: Dem Elbe Wochenblatt legte sie sogar eine Kopie des Patenschreibens vom Bezirksamt Eimsbüttel vor. Schließlich bestätigt das Amt: Frau Schultz ist als Patin am Pinneberger Weg eingetragen, von der Fläche an der Fruchtallee wisse man jedoch nichts.

Bezirksamt: „Können den Ärger verstehen

„Eigentlich sind die von uns beauftragten Firmen angewiesen, auch uns unbekannte aber scheinbar in Eigeninitiative gepflegte Flächen bei den Arbeiten auszulassen. Das hat in diesem Fall offensichtlich nicht geklappt und wir können den Ärger von Frau Schultz natürlich verstehen“, sagt Kay Becker vom Bezirksamt. Bei 36.000 Einzelflächen im Bezirk sei die Fehlerquote aber sehr gering.
Die Mittelinsel in der Fruchtallee hält das Amt allerdings für keine gute Ecke zum Gärtnern. Es sei gefährlich wegen des Verkehrs. Zudem müsse das Schild entfernt werden, da es von starkem Fahrtwind auf die Straße geweht werden könnte.
Das Bezirksamt will sich nun mit der Grünpatin treffen, um ihr besser geeignete Flächen zum Pflanzen und Gärtnern vorzuschlagen. „Gute Zusammenarbeit und Motivation der Paten sind uns wichtig“, so Kay Becker.
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