Baustelle Schule: Die Pläne des Senators

Unterricht in Containern, Probleme an Ganztagsschulen, fehlende Lehrer: Schulsenator Ties Rabe verteidigte seine Politik. Foto: cv

Schulsenator Ties Rabe (SPD) im Interview mit Elbe Wochenblatt

Elbe Wochenblatt: Behinderte und nichtbehinderte Kinder sollen in allen Schulen gemeinsam lernen. Was haben sie vor, um behinderten Kindern gute Chancen und eine gute Förderung zu bieten?
Ties Rabe: Wir haben mehr als 120 zusätzliche Stellen für Erzieher und Sonderpädagogen bereitgestellt. Jetzt müssen wir die Ressourcen passgenau und gerecht verteilen, also Lehrer, Sonderpädagogen und Erzieher, aber auch die nötige Ausstattung und Räume. Wir gehen davon aus, dass wir 3,5 Wochenstunden doppelt besetzten Unterricht für Kinder mit Förderbedarf ermöglichen können, für Kinder mit einer Behinderung sieben Stunden.

EW: Wird es weiterhin Sonderschulen geben?
TR: Ja. Die speziellen Sonderschulen für Kinder mit Behinderungen werden in der bisherigen Form weiter existieren. Die bestehenden 25 Förder- und Sprachheilschulen werden wir zu 13 bis 16 neuen Standorten zusammenführen, die wir auf Hamburgs Regionen so verteilen, dass überall ein entsprechendes Zentrum existiert.

EW: Die Modellschulen zum sechsjährigen gemeinsamen Lernen klagen über mangelnde Unterstützung. Wollen Sie diese abwickeln, indem nicht ausreichend Platz und Personal zur Verfügung gestellt werden?
TR: Nein, ich stehe zu diesem Schulversuch. Wir müssen jedoch sorgfältig gucken, wie wir mit knappen Haushaltsmitteln dort bauen, wo es wirklich notwendig ist. Die Schulversuche laufen insgesamt zehn Jahre, Planung und Bau von neuen Gebäuden brauchen fünf Jahre, bleiben fünf Jahre zur Nutzung. Für so eine begrenzte Zeitspanne eine Immobilie zu errichten, die eine Lebenszeit von bis zu 70 Jahren hat, ist nicht wirtschaftlich. Mobile Klassenräume als Übergangslösung sind zumutbar.

EW:Das Modell der offenen Ganztagsschule – Unterricht bis mittags, danach Betreuung – steht in der Kritik, weil die Bedingungen schlechter sind als in den bisherigen Horten. Spart der Senat an der Bildung?
TR: Verglichen mit der Planung von CDU und GAL geben wir jetzt zusätzliches Geld für mehr Personal aus. Wir werden damit unterm Strich voraussichtlich genauso kleine Gruppen haben wie im Hort. Zudem wollen wir zusätzliche Stunden finanzieren, damit sich Lehrer und Betreuer besser absprechen können.

Interview: Anna Sosnowski und Carsten Vitt
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Christian Martens aus Eimsbüttel | 22.11.2011 | 06:52  
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