Baumpatin sucht Helfer

Ingrid Hagen sucht dringend Unterstützung für ihr „Straßengärtchen“. Foto: ar

Ingrid Hagen kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um „ihren“ Baum vor der Haustür – nun braucht sie Unterstützung

Von Anne Rose, Eimsbüttel – Wenn Ingrid Hagen morgens aus dem Fenster schaut, sieht sie zuallererst ihren Benjamin. Benjamin ist eine Baum-Hasel, etwa 12 Jahre alt und das Zuhause von neun Meisen. Bei seiner offiziellen „Taufe“ versammelte sich die ganze Nachbarschaft, es wurde gegrillt und gefeiert. Heute ist der Laubbaum, der zu den Birkengewächsen gehört, ein großer Schattenspender geworden. Nur pflegen möchte ihn keiner mehr. Ingrid Hagen, die sich nach einer schweren Erkrankung seit einigen Jahren nicht mehr selbst kümmern kann, sucht daher Verstärkung. „Die Bäume gehören zum Wohnumfeld, trotzdem schmeißen viele einfach ihren Müll auf die Straße und wundern sich dann, dass es hier so aussieht“, ärgert sich die 77-Jährige.
Benjamins Patin hat für „ihren“ Baum hart gekämpft. Sie lebte schon seit über 20 Jahren in ihrer Wohnung, als eines Morgens im Jahr 2000 plötzlich der alte Baum vor ihrem Balkon gefällt wurde. Schnell suchte sie Kontakt zum Gartenbauamt, bot sogar an, sich an einer Neubepflanzung zu beteiligen. „Mit wurde dann vorgeschlagen, dass ich mich um den neuen Baum kümmern soll, dafür durfte ich ihn mit aussuchen“, erinnert sie sich. Im Mai 2000 wurde sie offizielle „Baumpatin“. Auch die anderen neu gepflanzten Bäume durfte sie sich aussuchen, so kamen noch eine Kastanie und Linden in die Straße.
In den ersten heißen Sommermonaten fanden sich schnell Anwohner, die beim Gießen halfen, später suchte Ingrid Hagen per Zeitungsanzeige Hilfe. „Von meiner Rente kann ich nur einmal im Jahr jemanden bezahlen, der die Hecke schneidet. Dabei müsste mehr getan werden. Besonders wichtig ist eine neue Holzumrandung, die jetzige verrottet unter dem Unkraut. Die Holzplanken sind nicht teuer, aber jemand müsste sie transportieren und anbringen.“ Dann könnten auch endlich wieder neue Blumen gepflanzt werden. Vielleicht würde sich auch Ingrid Hagens größter Traum erfüllen: eine Bank für alle, direkt neben Benjamin.
Wer Ingrid Hagen helfen möchte, kann sich unter 850 15 31 an sie wenden.
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