Baum musste weg – Einspruch erfolglos

Fettstraße 24: Die stattliche Birke im Vorgarten wird gefällt. Anwohner und Nachbarn sind traurig. Im Dezember wurde bereits eine Linde umgehauen. (Foto: pr)

Fettstraße 24:Eilig wurde eine Birke gefällt – wegen anstehender Bauarbeiten

Von Anne Rose, Eimsbüttel – Kettensägen knattern, Äste fallen herab: Die hohe Birke im Vorgarten des Hauses Fettstraße 24 in Eimsbüttel wird gefällt. Anwohnerin Helma Müller-Troschel wacht früh vom Lärm der Sägearbeiten auf und ist entsetzt. „Nachdem im Dezember letzten Jahres schon eine Linde gefällt wurde, war ich mir sicher, dass die Birke bleiben kann“, erzählt sie.
Die Kunsttherapeutin wohnt seit über 30 Jahren in ihrer Wohnung, liebt das Grün vor ihren Fenstern: „Unser Haus ist eine Eigentümergemeinschaft. Als Mieterin wurde ich über die Fällung überhaupt nicht informiert. Auch die Eigentümer haben nur kurz vorher Bescheid bekommen, wir konnten gar nicht reagieren.“
Hintergrund: Feuchtigkeit im Keller greift die Bausubstanz des Hauses an, im April wird mit der Sanierung begonnen. Für die Arbeiten muss die Kellerwand von außen aufgegraben werden, genau dort, wo die Birke stand. Bereits im Dezember wurden die Anwohner informiert, ein Widerspruch beim Bezirksamt verhinderte die Fällung der Birke – vorerst. „Viele Nachbarn und Anwohner haben sich auch an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Auf unsere Bitte um ein Gespräch wurde aber nicht eingegangen. Stattdessen wurde wenige Tage später die Linde gefällt“, erzählt Müller-Troschel enttäuscht.
Harald Kalla, Mitarbeiter bei der zuständigen Verwaltung, kann den Ärger der Anwohner verstehen: „Natürlich ist es schade, aber die Bausubstanz und die Sicherheit gehen vor.“ Ein Baumchirurg habe bestätigt, dass der Wurzelverlust durch die Sanierungsmaßnahmen die Standsicherheit der Birke gefährden würde. „Da sich der Baum zudem zur Straße neigt, wäre das Sicherheitsrisiko zu groß gewesen“, so Kalla.
Da die Genehmigung des Bezirksamts erst seit wenigen Tagen vorlag und die Fällung laut Auflage noch bis zum 23. März vorgenommen werden musste, hätten die Eigentümer nur kurzfristig informiert werden können.
Ein kleines Trostpflaster gibt es jedoch: Nach der Sanierung wird es eine Wiederbepflanzung geben.
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