Baulärm - Nachbarn sitzen senkrecht im Bett

Die Bauarbeiten an der Warnstedtstraße 55-59 laufen auf Hochtouren. Lastwagen fahren Bauschutt ab. Den durch die Recyclingmaschine verursachten Lärm haben Anwohner noch nicht verwunden.

Anwohner der Baustelle Warnstedtstraße fühlen sich massiv gestört.

Von Frauke Heiderhoff.
Bauarbeiten Warnstedtstraße 55-59: Die Abrissarbeiten sind beendet. Bagger und Lastwagen rollen. Doch der aktuelle Baulärm ist gar nichts verglichen mit dem Getöse der Schredderanlage, die kürzlich eingesetzt wurde und zur großen Erleichterung der Anwohner jetzt endlich mit ihrer Arbeit fertig ist.
Bei der Maschine handelt es sich um ein oft auf Autobahnen verwendetes Gerät. Große Steine und Beton wurden in mehreren Durchgängen hindurchgejagt, bis sie so klein sind wie Sandkörner. Dann wird der Bauschutt wiederverwendet.
Bodo Hiller wohnt in der Nähe. Er hat den Mordslärm immer noch im Ohr: „Das war unerträglich!“ Die gefühlte Lautstärke für die Anwohner habe mindestens 120 Dezibel betragen
Irina Kurzok aus der Warnstedtstraße wohnt einige hundert Meter von Hillers Wohnung entfernt. „Während meiner Schwangerschaft habe ich den Baulärm als extrem belästigend empfunden“, so die Ärztin. Morgens habe sie oft um 6.30 Uhr senkrecht im Bett gesessen.
Nach den Beschwerden der Anwohner führte ein Mitarbeiter des Bauamts zwei Messungen durch; sie ergaben kein Überschreiten des Immissionsrichtwertes. Die Bau- stelle befindet sich in einem aus Wohnungen und gewerblichen Anlagen bestehenden Mischgebiet. Hier sind werktags Immissionsrichtwerte von 60 Dezibel zulässig.
Doch warum wurde das Bauamt erst nach Beschwerden der Bürger aktiv? Anwohner Hiller kann das bei „einer Baustelle dieser Größenordnung“ nicht nachvollziehen. „Es ist aus personellen- und Kostengründen nicht möglich, jede größere Baustelle zu kontrollieren“, meint dazu Norbert Prick, Sprecher der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Im Übrigen sei der Bauherr verpflichtet, sich an klar definierte Richtwerte zu halten.
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