Bauen um jeden Preis?

Bauboom in Hamburg: Fast jede freie Fläche wird als Baugrundstück geprüft.

Höher, enger, dichter: Für mehr Wohnungen werden zunehmend Frei- und Grünflächen aufgegeben

Hamburg baut sich zu: 10.000 Wohnungen jährlich sollen Hamburgs Behörden dem Senat liefern, der Bezirk Eimsbüttel muss 1.050 Wohnungen beisteuern. Eine Folge: Fast jede freie Fläche kommt als Baugrundstück in Frage. Höhere Häuser, dichter beieinander: Auch Frei- und Grünflächen kommen auf den Prüfstand. Zwei Beispiele aus Eimsbüttel: In einem Wohnblock am Moorkamp will der Eigentümer den grünen Innenhof bebauen. In Lokstedt gibt die Stadt eine Kleingartenkolonie für 200 Wohnungen auf. Widerspruch wird ausgebremst: Das Bezirksamt Eimsbüttel hat ein Bürgerbegehren gegen die Baupläne gestoppt.
Ziehen der Senat und die
Bezirksämter Baupläne einfach durch? Hilft allein Masse, um den Wohnungsmangel in Hamburg in den Griff zu kriegen? Wie können Bürger mitreden? Und wie entstehen günstige Wohnungen? Das Elbe Wochenblatt hat beim Mieterverein nachgefragt, der häufig mit Konflikten um Wohnungsbau zu tun hat.

Mieterverein: Günstige Mieten vorschreiben

„Gegen Nachverdichtung ist nichts zu sagen, aber es sollten nicht alle Ecken mit Neubauten zugeklotzt werden, wo es möglich ist“, sagt Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg. Hamburgs Stadtplaner müssten behutsam vorgehen, um den Charakter gewachsener Viertel zu bewahren. Wichtig sind vor allem günstige Neubauten – auch in nachgefragten Quartieren. Dafür sollte die Stadt eine Gemeinnützigkeit beim Bauen vorschreiben. Sprich: Günstige Mieten von etwa acht oder neun Euro kalt pro Quadratmeter sollten über lange Zeiträume vereinbart werden. Allein der Bau von hamburgweit 10.000 Wohnungen jährlich werde das Problem nicht lösen, so Bosse. „Der Bedarf an günstigem Wohnraum wird nicht erfüllt, dafür müssen mehr geförderte und langfristig günstige Wohnungen entstehen.“

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Soll gebaut werden, wo es irgendwie geht? Sollen Freiflächen und Kleingärten weg? Oder muss es Grenzen des Baubooms geben?
Schreiben Sie uns!
Wochenblatt-Redaktion, Stichwort „Wohnungsbau“,
Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg
Fax 040/85 32 29 39, E-Mail: post@wochenblatt- redaktion.de
Betreff: Wohnungsbau
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
236
Fran Kee aus Eimsbüttel | 16.09.2016 | 12:20  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.