Baubeginn am Weidenstieg – zuerst fallen Bäume

Etwa ein Dutzend Bäume musste weg, um Platz für die Baugrube zu schaffen. Maximal 25 Bäume sollen am Weidenstieg fallen.
 
Etwa ein Dutzend Bäume musste weg, um Platz für die Baugrube zu schaffen. Maximal 25 Bäume sollen am Weidenstieg fallen.
Hamburg: Weidenstieg |

Hamburg Wasser erneuert Siele: Bis 2016 bleibt der südliche Zipfel des Weidenstiegs eine Großbaustelle

Das ging ja gut los: Etwa ein Dutzend Bäume wurden vorige Woche am Weidenstieg umgelegt, erste empörte Anrufe in der Wochenblatt-Redaktion. Vor Ort erklärten Projektleiter Thies-Uwe Kollenkarn und Projektingenieur Jan-Gerd Meyer, warum das passiert. Am südlichen Zipfel des Weidenstiegs, zwischen Bismarckstraße und Christuskirche, entstehen demnächst zwei große Baugruben mitten auf der Straße. Etwa zwei Jahre bleiben die Löcher da, damit Hamburg Wasser neue Siele bauen kann. Die Großbaustelle ist Endstation für einen Bohrer, der zwischen St. Pauli und Eimsbüttel einen neuen Tunnel für das Schietwasser gräbt.
Ziel des Ganzen: Eimsbüttels Abwasser soll vernünftig ablaufen. Dafür wird ein Zusatzrohr gebraucht. Und so soll verhindert werden, dass bei heftigem Regen vom randvollen alten Siel Schmutzwasser in den Isebekkanal schwappt. „Derzeit gibt es nämlich noch einen Überlauf, der wird aber geschlossen“, so Meyer.
Los geht es Mitte Februar mit der größten rechteckigen Baugrube zwischen Bismarckstraße und Wendehammer: Etwa 38 Meter lang, sechs Meter breit, 8,80 Meter tief soll diese werden. Etwa 2.000 Kubikmeter Erde müssen da weggekarrt werden – das sind schätzungsweise 110 Lasterfuhren!
Zuerst wird es ziemlich laut: Ein großer Schneckenbohrer frisst sich metertief in den Boden, um darin Stahlrohre zu versenken. Mit Beton werden die Röhren verfüllt, die Grube muss wasserdicht werden! Schließlich beginnt in etwa zwei bis drei Metern der Grundwasserspiegel. In der nördlichen Grube werden die vorhandenen Siele komplett erneuert.
Grube zwei – eine runde – wird ab Mitte April vor der Chris-
tuskirche ausgehoben. Durchmesser: zehn Meter, Tiefe: 14,50 Meter. Rund 1.150 Kubikmeter Erde müssen raus – etwa 60
Laster voll! In diesem Schacht soll voraussichtlich im August 2015 der Bohrer ankommen, der sich an der Altonaer Straße auf den Weg gemacht haben wird. Komplett fertig sein sollen die Siele im Mai 2016. Aber: Das sind alles grobe Planungen. Kann immer mal was stecken bleiben unterwegs...

Das neue Siel wird 3,6 Kilometer lang


Großer Aufwand für einen neuen Abwassertunnel: 2012 begann der Bau des neuen Transportsiels Isebek am Hafenrand von St. Pauli. Bis 2016 soll das neue Rohr fertig sein. Länge: Etwa 3,6 Kilometer. Durchmesser: 2,40 Meter. Kosten: 42 Millionen Euro. In einer Tiefe zwischen 14 und 27 Metern verläuft das neue Siel von Eimsbüttel bis zum Hafen. Von dort wird das Abwasser in einer Leitung unter der Elbe hindurchgepumpt und dann im Klärwerk auf der südlichen Elbseite gereinigt.
Die vorhandenen alten Siele von Eimsbüttel nach St. Pauli werden weiter benutzt, müssen aber komplett erneuert werden. Unterirdisch wird ein neues Rohr in das alte eingezogen.
Auch die Siele unter der Bismarckstraße müssen in absehbarer Zeit saniert werden – wann dort etwas passieren soll, ist aber noch vollkommen offen.
Um Platz für die Baugruben zu haben, werden bis zu 25 Bäume am Weidenstieg gefällt. Die Straße ist ab Mitte Februar zwischen Wendehammer und Bismarckstraße komplett gesperrt, von der Fruchtallee aus ist eine Spur bis zum Wendehammer befahrbar.
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