Bald verschwindet der nächste Bunker in Eimsbüttel

Der Bunker an der Henriettenstraße wird abgerissen, dort entstehen Wohnungen. Bauherr Simon Vollmer verspricht, dass der Abriss-Lärm für die Anwohner auf dem „niedrigsten Niveau“ gehalten wird.

Der Betonklotz an der Henriettenstraße wird abgerissen – es entstehen Wohnungen

Es riecht modrig, staubig, nach ziemlich abgestandener Luft. Schwere Eisentüren öffnen sich, dann kommt ein langer Gang. Links rechteckige Räume, vorne eine Treppe. Der Bunker in der Henriettenstraße 3: Hier suchten während des Zweiten Weltkriegs Menschen Schutz vor Fliegerbomben. Heute wird das Ungetüm nicht mehr gebraucht. Wohnungen werden hier entstehen.
Anfang nächsten Jahres beginnt der Abriss des etwa 20 Meter hohen Betonklotzes. Eine aufwendige und teure Angelegenheit. Etwa 600.000 Euro kos-tet so ein Abriss. Geschätzte Dauer: etwa sechs Monate. 10.000 Tonnen Stahlbeton müssen weg. Bunkerdecke und Fundament sind besonders massiv gebaut. Da werden die Abrissbagger ordentlich zu tun haben. Bauherr Simon Vollmer, Geschäftsführer von Wohnbau und Projektentwicklung Hamburg (wph), hat für den Job ein bekanntes Unternehmen engagiert: Die Firma Ehlert & Söhne wird den grauen Riesen an der Ecke Schulweg / Henriettenstraße zerkleinern. Am Bunker im Wiesingerweg 23a waren die Fachleute dieses Jahr zugange. Weil der Klotz widerspenstiger war als zuvor angenommen, dauerte es wesentlich länger. Für die Henriettenstraße geht Vollmer daher von etwa neun Monaten Abriss aus.
Während der Arbeiten sollen die Anwohner so gut wie möglich vor Lärm und Dreck geschützt werden. Um die Abrissstelle wird ein lärmdämpfendes Gerüst aus Stahlplatten errichtet. „Wir versuchen, den Geräuschpegel auf dem niedrigs-ten Niveau zu halten“, so Vollmer. „Aber es wäre Quatsch zu sagen, wir reißen leise ab.“ Betonmeißel und Baggerscheren machen halt Lärm.
Auf dem 850 Quadratmeter großen Grundstück wird ein vier- bis fünfgeschossiger Neubau entstehen. 20 bis 30 Wohn-einheiten sind geplant. Die Eigentumswohnungen mit eineinhalb bis vier Zimmern kosten voraussichtlich etwa 4.000 Euro pro Quadratmeter. Zudem entsteht eine Tiefgarage mit 20 bis 25 Stellplätzen. Insgesamt investiert wph eine Summe „im höheren einstelligen Millionenbereich“ an der Henriettenstraße. Der Neubau soll ab Herbst 2013 entstehen und etwa 15 Monate später fertig sein.
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