Bäume weg für Parkplätze: „Unsere schöne Buche!“

Zwei Buchen wurden in der Wohnanlage Gärtnerstraße 28 gefällt. Auf der bisherigen Grünfläche sollen Parkplätze entstehen. Mieter sind verbittert über die Pläne der Friedrich und Dorothea Langbein Stiftung, der die Häuser gehören.
 
Zwei Buchen wurden in der Wohnanlage Gärtnerstraße 28 gefällt. Auf der bisherigen Grünfläche sollen Parkplätze entstehen. Mieter sind verbittert über die Pläne der Friedrich und Dorothea Langbein Stiftung, der die Häuser gehören.
Hamburg: Friedrich und Dorothea Langbein-Stiftung |

Gartenstreit in Hoheluft: Vermieter ließ zwei Buchen fällen

Die Kettensäge knattert, Ast um Ast wird der Baum zerlegt. Aus ein paar Metern Höhe fällt Holz herab, landet krachend auf dem Boden. „Unsere schöne Buche!“, sagt eine Mieterin traurig und verbittert. Gärtnerstraße 28 in Hoheluft: Im monatelangen Tauziehen um den Erhalt des Gartens vor der Wohnanlage hat sich vorerst der Vermieter durchgesetzt.
Parkplätze sollen entstehen, wo bisher eine Grünfläche war. Der schmale Garten vor den Häusern war für die Bewohner eine Erholungs- und Freizeitfläche – eine Seltenheit im dichtbebauten Hoheluft. Bald wird daraus eine Abstell- und Rangierfläche für Fahrzeuge.
Die kleinen, einfachen Häuser mit etwa 70 Mietwohnungen gehören der Friedrich und Dorothea Langbein Stiftung. Seit dem Frühjahr wird das Dachgeschoss ausgebaut: Sieben zusätzliche Wohnungen sollen entstehen – insgesamt sind es dann 13 im Oberstübchen. Dafür müssen Parkplätze nachgewiesen werden. Mieter bezweifeln aber, dass gleich die ganze Grünanlage vor der Tür vernichtet werden muss. Offiziell sind acht Parkplätze gefordert – die Stiftung will aber insgesamt 34 schaffen. 15 sind bisher genehmigt, weitere 19 beantragt – das grüne Licht des Amts gilt als reine Formsache.
Im März verhinderten die Mieter mit ihrem Protest die Fällung von vier Bäumen, die direkt auf der Grünfläche stehen. Nun hat sich die Stiftung das Fällen der vorderen zwei Bäume extra genehmigen lassen. An sich ist das während der Vogel-Brutzeit von April bis September nicht erlaubt. Die Bäume seien jedoch ohne bebrütete Nester, daher wurde eine Fällerlaubnis erteilt. „Um die Baumaßnahme voranzubringen, sind Baumfällungen auch in der Schutzfrist möglich“, so das Bezirksamt. Zwei Bäume im hinteren Bereich blieben verschont – aber wie lange noch?
Mieterin Irene Margil ist überzeugt, dass es Alternativen zum Bau einer so breiten Parkfläche und Zufahrt gegeben hätte: „Wenn der Wille dagewesen wäre, eine kleinere Lösung umzusetzen, hätte das geklappt.“
Stiftungsvorstand Rainer Olaf Rave war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kommentar: Was will der Vermieter?

Man wird nicht so recht schlau daraus, was die Stiftung und ihr Vorstand Olaf Rainer Rave an der Gärtnerstraße machen. Gerade mal sieben zusätzliche Wohnungen sollen entstehen, gleichzeitig ist eine unverhältnismäßig große Parkfläche vor der Haustür geplant. Der Großteil der Mieter ist gegen die Vernichtung des Grüns, sie haben das erfolgreich öffentlich gemacht. Warum halst sich ein Vermieter so viel Ärger auf?
Besonders freundlich spricht kaum jemand in der Anlage über Vorstand Rave. Er überrumpelte die Mieter mit den Parkplatzplänen, versuchte dagegen vorzugehen, dass die Mieter sich organisieren. Es gab eine Strafanzeige gegen eine Bewohnerin, weil Info-Zettel an Haustüren hingen. Vorwurf: „Sachbeschädigung“. Kritische Presseberichte wurden vom Vermieter massenhaft entsorgt.
Nur plumpes Vorgehen oder steckt mehr dahinter? Mieter berichten schon länger von Schikanen. Vielleicht ist in der Anlage gar ein Bewohnerwechsel geplant? Ein Anfang mit schicken neuen Dachgeschosswohnungen und später dann noch ein paar hübsche Sanierungen in den unteren Etagen? Miete hoch, neue Leute rein? Parkplätze gibts vor der Haustür, ist ein Muss heutzutage. Klar, sind nur Vermutungen. Aber es wäre ja nicht die erste alte Wohnanlage, die im Viertel auf Rendite getrimmt wird.
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2 Kommentare
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 20.06.2013 | 11:10  
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Hasan Hüseyin aus Eimsbüttel | 22.06.2013 | 08:02  
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