Autos blockieren Radweg

Auto im Weg, Radweg blockiert: Radfahrer müssen sich unter der Hoheluftbrücke irgendwie durchschlängeln. Fotos: cv
 

Ärger über neue Fahrstreifen am Isemarkt

carsten vitt, eimsbüttel

Gut gemeint, aber schlecht gemacht? An der Hoheluftbrücke nahe des Isemarkts gibt es neue Radstreifen auf der Straße. Das Problem: Autofahrern versperrt ein Brückenpfeiler die Sicht auf den Radweg und die Straße. Sie müssen sich erst über einen Zebrastreifen und dann auf den Radweg vortasten. Da blockieren sie dann die Strecken für Radler. „Die jetzige Bauausführung kann nur als dilletantisch bewertet werden“, sagt ein Anwohner. Er fordert einen Umbau. Die Verkehrsbehörde hält das nicht für nötig. Argument: Autofahrer müssten auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen, das spiele sich nach einer gewissen Zeit ein.

Auf eigenen Radstreifen sollen Radler besser vorankommen. Am Grindelberg nahe des Isemarkts hat das nicht geklappt. Seit ein paar Wochen gibt es auf einem etwa 30 Meter langen Abschnitt unter der U-Bahn-Brücke einen Radweg auf der Fahrbahn. Wer von Norden kommt, kann auf dem Stückchen bis zur Isestraße fahren und dort Richtung Eppendorfer Baum abbiegen. Wer von Süden kommt, hat ein Problem: Er wird nicht gesehen und muss sich meist zwischen Autos hindurchschlängeln.
Autofahrer, die von der Isestraße nach rechts Richtung Hoheluftbrücke abbiegen, müssen erst vor einem Zebrastreifen stoppen und sich dann langsam vortasten bis zur Fahrbahn. Links von ihnen versperrt ein Pfeiler der Brücke den Blick auf den Radweg. Erst wenn die Autos mitten auf dem Radweg stehen, sehen die Fahrer die Radler. Warten vor der Ampel am Fußgängerüberweg weitere Fahrzeuge, bleiben die Autos aus der Isestraße erstmal mitten auf dem roten Radweg stehen. Tja, und nun?
„Die jetzige Bauausführung kann nur als dilletantisch bewertet werden. Die alte Radwegführung vor der sichtversperrenden U-Bahn-Säule vor der Ausfahrt Isestraße war die eindeutig gefahrlosere Lösung“, sagt der Ingenieur Henri Gabriel. Er schlägt vor, entweder eine Ampel aufzustellen oder den Radweg auf die alte Strecke zurückzuverlegen. Wo jetzt der Radweg auf der Fahrbahn ist, könnten Fahrradstellplätze entstehen, die am Isemarkt sowieso fehlen.
Bei der Verkehrsbehörde will man davon nichts wissen. Man kenne das Problem, aber es gebe wegen der Brückenpfeiler „keine perfekte Lösung“. An dieser Stelle sei die Übersichtlichkeit für Autofahrer schon immer nicht optimal gewesen, so Sprecherin Susanne Meinecke. Rücksicht heißt für die Behörde das Rezept, die Autofahrer sollten sich anpassen. Man gehe davon aus, „dass sich alle Verkehrsteilnehmenden nach der üblichen Eingewöhnungsphase auf die neue Situation eingestellt und mit ihr arrangiert haben werden“.

Weitere Planungen

Umgebaut wird in diesem Jahr auch an Fahrbahnen und Radwegen der Edmund-Siemers-Allee und An der Verbindungsbahn. Der bisherige Radweg in beide Richtungen zwischen Grindelallee und Theodor-Heuss-Platz wird aufgehoben. Am Uni-Hauptgebäude vorbei geht es dann nur noch stadtauswärts. Auf der gegenüberliegenden Seite am Bahndamm entlang soll ein neuer Radweg entstehen, der bis zum Dammtorbahnhof führt. Voraussichtlich im August wird zudem die Fahrbahn zwischen Rentzelstraße und Edmund-Siemers-Allee saniert.
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