Ausbau der Universität: Es bleiben viele Fragen offen

Der Geographie-Student Christoph Grote freut sich besonders, dass die Uni im Eimsbüttel bleibt: „Schon jetzt stehen auf dem Gelände zu viele ungenutzte Gebäude und Garagen, die man ohne Abholzungen umbauen könnte. Für mich ist besonders wichtig, dass energieeffizient gebaut wird und mehr Fahrradwege integriert werden.“ Foto: ar

Wiese weg, massive Bauten: Nicht alle sind glücklich über diese Aussichten

Von Anne Rose, Eimsbüttel –
Der große Hörsaal im Geomatikum ist bis zum letzten Platz gefüllt, als am vergangenen Donnerstagabend die Siegerentwürfe für den neuen Campus Bundesstraße öffentlich vorgestellt werden. Das Geomatikum-Hochhaus bleibt, die Wiese fällt weg. Nicht allen gefällt die Entscheidung der Jury.
Flugblätter auf den Tischen im Hörsaal fordern den zweitplatzierten Entwurf. „Die Wiese muss bleiben“ ruft ein Zuschauer. Nach der offiziellen Vorstellung können Fragen gestellt werden. Schnell wird klar, was Anwohner und Studenten denken: der Entwurf von Albert Speer, der den zweiten Platz in der Kategorie Hochbau erhielt, lässt mehr Grün übrig. Konkrete Pläne für energieeffizientes Bauen wurden nicht vorgestellt. Besonders protestiert wird gegen das künftige Mietmodell: gebaut wird der neue Campus von der Saga/GWG, die Uni wird Mieter, die Stadt finanziert die Mehrkosten. Auch die Parkplatzsituation wird wiederholt angesprochen. Kommt eine neue Tiefgarage? Wie werden die Grindelallee und der neue Campus verbunden, ohne die Bundesstraße zu zerteilen?
Während viele Teilnehmer bereits den Hörsaal verlassen, wird drinnen weiter diskutiert. Was passiert mit dem Zoologischen Museum? Warum wird nicht auf die historische Bedeutung der Chemie-Gebäude eingegangen?
Die anwesenden Jurymitglieder, darunter Senatorin Dorothee Stapelfeldt, MIN-Dekan Heinrich Graener und Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke, beruhigen und erklären. Tenor: Natürlich mussten Kompromisse geschlossen werden, viele Details stünden noch nicht fest. Der U-förmige Entwurf des zweitplatzierten Gebäudes bedeute für die Studenten und Beschäftigten zu lange Wege. Durch den Wegfall der Wiese könne die Informatik in kurzer Zeit umziehen, in Stellingen werde dadurch Platz für 700 neue Wohnungen. Zudem werden zwei kommunale Tiefgaragen an der Grindelallee gebaut. Eine weitere Bürgerbeteiligung ist vorgesehen. Nach zwei Stunden endet die Präsentation, viele Fragen bleiben.

Wer sich selbst ein Bild von den Entwürfen machen möchte, kann alle Skizzen bis 17. Oktober montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr im 15. Stock des Geomatikums ansehen.
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