Aus für „Elia & Max“

Abschied vom Schulterblatt: Gastronom Giuseppe Vangelista wurde der Vertrag für sein Bistro „Elia & Max“ gekündigt.
Hamburg: Schulterblatt 98 |

Alteingesessener Italiener im Schanzenviertel wurde gekündigt

Eigentlich hätte er in diesen Tagen das zehnjährige Bestehen gefeiert, doch nun ist sein Laden zu. Giuseppe Vangelista, Inhaber des italienischen Bistros „Elia & Max“ am Schulterblatt, wurde der Mietvertrag gekündigt. Ende Januar war Schluss. Er geht im Groll und stellt nun den Vermieter an den Pranger, den im Viertel berühmt-berüchtigten Ernst-August Landschulze.
„Ihm geht es nur um maximalen Gewinn. Er hat in den vergangenen Jahren keinen Cent zur Instandhaltung beigetragen, stattdessen immer weiter die Miete erhöht“, so der Gastronom. Sein Vater Angelo Vangelista hatte 1991 die Fläche am Schulterblatt 98 übernommen und eröffnete einen Imbiss. Insgesamt betreibt die Familie Vangelista seit gut 40 Jahren Gastronomie im Schanzenviertel. 2003 gestaltete Junior Giuseppe den Laden im Schulterblatt zu einem kleinen, beliebten italienischen Bistro um.
Bereits Vater Angelo hatte mit Mieterhöhungen zu kämpfen: In den 90er Jahren kaufte Vermieter Landschulze die Immobilie an der Ecke Schulterblatt / Rosenhofstraße. Dann ging es los. „Die Miete wurde schlagartig um 110 Prozent erhöht. Ich zahlte zu Beginn 2.200 Mark monatlich – mein Sohn zuletzt 3.000 Euro“, so Vangelista senior. Macht etwa
75 Euro pro Quadratmeter. „Wir haben in den 20 Jahren zweimal auf eigene Kosten komplett renoviert und saniert – inklusive Fenster, Böden und sanitäre Anlagen“, so Vangelista.
Aus seinem Unmut über die passive Haltung des Vermieters machte er keinen Hehl – vielleicht war das Landschulze am Schluss zu viel. Zuletzt hatte Vangelista zwar einen unbefris-teten Vertrag, war aber alle drei Monate kündbar. Landschulze beendete das Mietverhältnis – ohne weitere Angaben von Gründen.
Der Vermieter will sich zu dem Konflikt nicht äußern.

Das sagt „Mieter helfen Mietern“


Ernst-August Landschulze ist beim Verein Mieter helfen Mietern (MhM) bekannt – immer wieder werden Leerstände in Landschulzes Wohnimmobilien und vermutete Spekulation angeprangert. Der Vermieter gilt als dickfellig und eigenwillig. Ein Vertrag wie bei Vangelistas Bistro ist die denkbare schlechteste Lösung, so MhM-Jurist Marc Meyer: jederzeit kurzfristig kündbar, wenn ein neuer Interessent für die Fläche bereitsteht.
Landschulze sei einer unter vielen, der so im Schanzenviertel Geld verdiene. „Es ist höchst unerfreulich, dass aus Profitinteressen alteingessene Läden vertrieben werden“, so Meyer. Über die Hintergründe kann nur spekuliert werden – bekannt ist aber, dass für Gewerbeflächen wie die am Schulterblatt durchaus höhere fünfstellige Ablösesummen von potenziellen Nachfolgern geboten werden.
Lukrativ ist vor allem die Konzession, da derzeit keine neuen Gastronomiebetriebe in der Schanze erlaubt werden.
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