Aufstand der Hundehalter

Wollen nicht verdrängt werden aus dem Isebekpark: Hundehalter fordern den Erhalt der bisherigen Freilaufflächen am Isebekkanal. Fotos: cv
 
Grüne Wiesen sind für ihre Lieblinge der beste Auslauf, aber nur ohne Leine: Cornelia Cramer mit Zille, Alfred Wilfert mit Maja und Petra Morath mit Dudley (v.l.). Foto: cv

Isebekpark: Protest gegen Leinenpflicht und
Verlust von Hundewiesen

Carsten Vitt, Eimsbüttel

Die große Freiheit für vier Pfoten gilt am Isebek nicht mehr. Maja, Kaya, Zille, Dudley und viele andere Hunde müssen künftig im Isebekpark zwischen Hoheluftbrücke und Weidenstieg an die Leine. Zwei Wiesen, die Hundehalter bisher als Auslaufflächen für ihre Vierbeiner nutzten, werden zu Naturflächen mit langem Gras. Das ist ein Ergebnis aus den gut drei Jahre dauernden Beratungen zu einer naturnahen Gestaltung des Isebekufers und der angrenzenden Grünflächen (das Elbe Wochenblatt berichtete).
Hundebesitzer protestieren dagegen, sie fühlen sich übergangen. „Die Interessen von Hundehaltern wurden während des gesamten Planungsprozesses nicht berücksichtigt. Wir sollen zukünftig von der Nutzung des Parks ausgeschlossen werden“, kritisiert Heike Krüger. Für sie und viele weitere Halter sind die beiden Wiesen im Isebekpark die nahegelegenste Möglichkeit, ihre Hunde frei laufen zu lassen und so artgerecht zu halten (siehe Text unten). Zudem sind die Flächen im Park Treffpunkt und Kontaktbörse für die Halter. „Durch unsere Hunde leben wir nicht mehr in einer anonymen Großstadt, sondern in einer lebendigen Nachbarschaft. Außerdem entstehen viele Kontakte zu Menschen ohne Hund, die sich aber an Tieren in ihrer Umwelt erfreuen“, so Krüger.
Die Halter fordern, dass die beiden Wiesen im Mansteinpark (nahe Bogenstraße) und am Kaiser-Friedrich-Ufer (zwischen Bogenstraße und Boßdorfstraße) als Auslaufflächen erhalten bleiben. Die vom Bezirksamt vorgeschlagenen Ersatzflächen an der Oberstraße oder zwischen Eppendorfer Weg und Doormannsweg halten sie für zu weit entfernt oder ungeeignet. Zudem wollen sie, dass die Leinenpflicht im Isebekpark wieder aufgehoben wird.
Das Bezirksamt weist die Kritik zurück, dass Hundehalter übergangen wurden. Am Runden Tisch Isebek, der die jetzigen Planungen erarbeitet hat, konnten sich Bürger und Interessengruppen beteiligen, erklärt die Behörde. Dazu gab es 2013 einen Aufruf. Fakt ist: Hundehalter beteiligten sich nicht, der Runde Tisch hat deren Bedürfnisse kaum beachtet.
Mit den Forderungen nach dem Erhalt der Hundewiesen werden sich Bezirkspolitiker im Kerngebietsausschuss beschäftigen. Demnächst sind Gespräche mit den Hundebesitzern geplant.


Wo dürfen Hunde ohne Leine laufen?

In der Stadt müssen Hunde generell an die Leine. Weist der Halter aber bei einer Gehorsamsprüfung (sogenannter Hundeführerschein) nach, dass er seinen Hund im Griff hat, kann das Tier auf ausgewiesenen Flächen, aber auch auf dem Gehweg, ohne Leine laufen. Immer an die Leine müssen alle Hunde unter anderem im Wald, in der Nähe von Spielplätzen, in Einkaufszonen sowie generell an Plätzen, an denen sehr viele Menschen unterwegs sind.
Zum Auslauf gibt es in den Stadtteilen bestimmte Wiesen, die die Bezirksämter ausweisen. Zum einen sind das Freilaufzonen für alle Hunde - ob mit oder ohne Hundeführerschein. Zum anderen sind das bestimmte Flächen in Grünanlagen oder Parks, die nur für Hunde mit Gehorsamsprüfung freigegeben werden.
In der Nähe des Isebekparks gibt es zwei Auslaufzonen für alle Hunde: die Wiese zwischen Eppendorfer Weg und Doormannsweg sowie eine Fläche an der Oberstraße bei den Grindelhochhäusern.
Alternative: Wiesen an den Grindelhochhäusern
Für geprüfte Hunde steht der ganze Parkbereich zwischen den Grindelhochhäusern als Auslauffläche zur Verfügung. Westlich des Weidenstiegs sind zum Beispiel die Wiesen am Meißnerweg und im Wehbers Park als Auslaufflächen vorgesehen.
Im Isebekpark gibt es zudem Sonderregelungen: Als Grün- und Erholungsanlage gilt auf den Wiesen und Wegen generell die Leinenpflicht, allerdings dürfen geprüfte Hunde auf den Fuß- und Radwegen entlang des südlichen Kanalufers ohne Leine laufen, da diese Bereiche als Verkehrsflächen gelten.

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Warum ist Auslauf so wichtig?

Tierärztin Dagmar Vogel:

„Zu einer artgerechten Hundehaltung gehört aus gesundheitlichen Gründen auch freier Auslauf. Hunde müssen sich austoben. Wichtig ist das Laufen ohne Leine aber auch, da die Tiere so mit Artgenossen in ihrer Hundesprache kommunizieren, sich beschnuppern, raufen oder spielen können. Das ist wie bei uns Menschen: Wir brauchen sozialen Kontakt. Sind die Tiere an der Leine, bestimmt der Halter, wo es lang geht, die Hunde können keinen artgemäßen Kontakt aufnehmen. Das wirkt sich auf das Verhalten aus: Hunde, die nur an der Leine geführt werden, werden häufig aggressiv oder verhaltensauffällig.“

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Finden Sie es richtig, dass Hunde im Isebekpark an die Leine müssen? Oder soll es weiterhin freien Auslauf für die Tiere geben?
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Stichwort „Hunde Isebek“
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Betreff: Hunde Isebek
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