Auf dem Gehweg wird es eng

HVV-Fahrgäste, Fußgänger, Radfahrer: So eng geht es zurzeit auf dem Bürgersteig Beim Schlump / Bundestraße zu.

Beim Schlump: Radweg abgeschafft – Jetzt fahren die Radfahrer auf dem Bürgersteig weiter.

Von Ch.v.Savigny, Eimsbüttel.
Christine Lüder fährt gerne Fahrrad. Seit wenigen Wochen hat die Eimsbüttlerin jedoch ein Problem: Der Radweg vor ihrer Haustür, ein rund 200 Meter langer Abschnitt entlang der Nordseite der Straße Beim Schlump, wurde kurzerhand entfernt. Zwischen den Kreuzungen Bundesstraße und Gustav-Falke-Straße finden unmotorisierte Verkehrsteilnehmer nunmehr einen rund drei Meter breiten Bürgersteig vor, der mit grauen Gehwegplatten gepflastert ist. Radlern bleibt nur der Wechsel auf die Straße. Lüder will aber nicht: „Dort ist mir zu viel Verkehr. Ich bin schon etwas älter und finde das gefährlich!“
Hintergrund für die abrupte Maßnahme ist die neue Verkehrspolitik des Senats, der die Hamburger Radwege auf die Straße verlegen möchte (siehe unten). Außerdem wird aktuell der Bürgersteig vor der Baustelle am Geomatikum gegenüber für Baufahrzeuge benötigt, sodass Fußgänger neuerdings auf die andere Seite wechseln müssen. Dort herrscht nun dichtes Gedränge: Frequentiert wird der Gehweg nicht nur von Anwohnern, Unistudenten und Schülern der umliegenden Schulen, sondern auch von ein- und aussteigenden Fahrgästen der Buslinien M4 und M15.
Dazu kommen ab sofort die Radfahrer, die nicht etwa absteigen – sondern ihren gewohnten Weg einfach auf dem Bürgersteig fortsetzen. „Ab und zu
gibt's Ärger, weil einer den anderen anrempelt“, sagt Lüder. „Ich fahre auch auf dem Bürgersteig, aber nur ganz langsam, sodass niemand etwas sagt.“
Wie lange dieser Zustand anhalten soll und vor allem, welche Verkehrsregelung für Eimsbüttels Radler geplant ist, kann auch das Bezirksamt nicht endgültig beantworten: „Die vorhandenen Radwege sind zu schmal und größtenteils in schlechtem Zustand“, sagt Pressesprecherin Antje Haller. Insofern stelle das Radfahren im „Mischverkehr“ auf der Straße die sicherere Variante dar. „Der noch vorhandene Radweg (entlang der Straße Beim Schlump, d. Red.) soll sukzessive zurückgebaut werden“, so Haller.
Ob es als Ersatz auf der Straße Radfahrstreifen oder Schutzstreifen geben werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt – ebensowenig wie die Frage, ob Autofahrer dann auf eine ihrer derzeit zwei Fahrspuren verzichten müssten. Der Bürgersteig vor dem Geomatikum könnte nach Auskunft des Bezirksamts theoretisch bis Herbst 2019 gesperrt bleiben.

Folgende Straßen in Eimsbüttel sollen bis 2016/2017 in einzelnen Abschnitten Radfahrstreifen bekommen: Grindelallee (2016), Eppendorfer Baum (2017), Heußweg (2017) und Osterstraße (2017).
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4 Kommentare
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Michael Schulz aus Stellingen | 01.08.2015 | 02:11  
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Michael Schulz aus Stellingen | 01.08.2015 | 02:21  
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Michael Schulz aus Stellingen | 01.08.2015 | 03:09  
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kai dirksen aus Eimsbüttel | 02.08.2015 | 03:21  
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