Alte Tanke in neuem Glanz

Nach dem Auto kommt das Fahrrad: Katrin Meyer (Denkmalschutzamt) und Helmuth Barth (Denkmalverein Hamburg) vor der historischen Tanke am Grindelberg, die nun ein Fahrradladen ist. (Foto: cvs)

Saga und Denkmalschutzverein finanzieren Sanierung von 50er-Jahre-Tankstelle am Grindelberg

Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Jahrelang hatte die kleine Tankstelle vor den Grindelhochhäusern vor sich hingerottet. Frühere Pächter hatten die großen, gebogenen Fensterscheiben mit weißer Farbe angemalt und die originalgetreuen Gelbklinker-Bodenplatten zugeklebt. Sogar das markante, geschwungene Dach war abgesägt und durch ein gewöhnliches Flachdach ersetzt worden.
Jetzt hat der Denkmalverein Hamburg in Zusammenarbeit mit der Saga/GWG dem denkmalgeschützten Gebäude am Grindelberg zu neuem Glanz verholfen: Rund 20.000 Euro investierte das kommunale Wohnungsunternehmen, um den Originalzustand aus den 50er-Jahren wieder herzustellen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Rekonstruktion des auffälligen Daches. Allein 10.000 Euro aus Spenden und Beiträgen steuerte der Denkmalverein dafür bei.

15.000 Euro und fünf Monate Bauzeit für den Innenraum


Neuer Pächter ist der Eimsbütteler Fahrradhandel „Two Wheels Good“, der nochmal 15.000 Euro in die Verschönerung des Innenraums investierte. Die Bauzeit betrug etwa fünf Monate. „Ich freue mich, dass wir jetzt einen Mieter gefunden haben, der das Potenzial dieser Tankstelle erkannt hat“, sagte Katrin Meyer vom Denkmalschutzamt.
Die von drei Seiten verglaste Tanke war 1953 beim Bau der Grindelhochhäuser entstanden. Auch eine Zentralwäscherei und eine Tiefgarage gehörten damals zu dem Wohnkomplex, dessen moderne Architektur seinerzeit ebenso bewundert wie auch für seine „Seelenlosigkeit“ kritisiert wurde. Die gesamte Anlage mit ihren zwölf Hochhäusern wurde 1999 unter Denkmalschutz gestellt.
Insgesamt existieren in der Hansestadt nur noch vier weitere Tankstellen aus den 50er-Jahren – eine davon ist bislang ebenfalls saniert worden. Nachdem am Grindelberg lange Zeit ein Autohändler ansässig war und das Gebäude anschließend leer stand, soll die ehemalige Tankstelle nun also als Fahrradladen genutzt werden. „Wir fanden die Idee reizvoll, eine Tankstelle, die früher dem Automobil gedient hat, durch das Fahrrad wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Geschäftsführerin Dorothee Heine.
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