Alsterbrüder oder ETV? Kampf um den Sportplatz

Viel Freude im Matsch: Die Fußballer des FC Alsterbrüder sind auf dem Sportplatz an der Gustav-Falke-Straße in Eimsbüttel heimisch. Doch es gibt Pläne, das Areal komplett neu zu ordnen. Wird dann auch der kleine Club verdrängt? Fotos: pr

Wie ein kleiner Fußballclub sich gegen den Eimsbütteler Riesen wehrt

Sie sind ein kleiner, familiärer Club mit einer staubigen Spielstätte: die Fußballer des FC Alsterbrüder. Der große, etwas betagte Sportplatz an der Gustav-Falke-Straße in Eimsbüttel ist ihr Revier. Doch hier wildert bereits der große Nachbar vom Eimsbütteler Turnverband (ETV). Dessen komfortable Kunstrasenflächen an der Bundesstraße reichen für den Betrieb nicht mehr aus. Die Alsterbrüder sind alarmiert: „Wir wollen nicht durch die Hintertür von einem Hauptnutzer zu einem Juniorpartner werden“, sagt Vorsitzender Jörg Heinsohn.
Seit 1948 gibt es den Club, der heute 280 Mitglieder zählt. 13 Mannschaften spielen hier, darunter acht Jugendteams. Unter dem Dach des Riesen ETV kicken etwa 50 Teams, 1.100 Mitglieder zählt die Fußballsparte.
Es gibt Pläne, den Sportplatz Gustav-Falke-Straße und das umliegende Areal komplett neu zu ordnen (siehe Kasten). Was daraus wird, ist derzeit unklar. Doch die Alsterbrüder befürchten, dass bereits Fakten geschaffen werden – möglicherweise gegen sie.
Der ETV hat an der Gustav-Falke-Straße Zusagen über Spielzeiten bekommen, hofft auf weitere. Der Beginn einer schleichenden Verdrängung? ETV-Chef Frank Fechner verneint das. Doch der Großverein mit knapp 12.000 Mitgliedern ist auf Expansionskurs, will im boomenden Frauen- und Mädchenfußball das Zentrum in Eimsbüttel werden.
Heinsohn hat im Frühjahr kluge Vorschläge für das Gustav-Falke-Areal gemacht. Außer hochwertigen neuen Sportflächen sind da auch Plätze für die Nachbarschaft, für Senioren und Familien mit vorgesehen. Zu einem ersten Runden Tisch mit Schulen und Anrainern lud der Club im Mai ein, das Bezirksamt nahm nicht daran teil. Dabei kam von der Verwaltung die Idee zu einer großflächigen Neuordnung. Und bald darauf interessierte sich auch ETV-Chef Fechner brennend dafür, was mit dem Platz passieren kann.
Heinsohn kritisiert, dass das Verfahren bisher nicht transparent gewesen sei. Der nächste Runde Tisch ist für Mitte November geplant, dann will auch das Bezirksamt dabei sein.

Die Pläne – und was davon Chancen hat

Große Pläne, aber noch wenig greifbare Chancen: Quartiersgarage, neue Sportflächen mit Kunstrasen, mehr Platz für die Schulen rundherum, Verkehrsberuhigung. Das sind in Kurzform die Ziele für das Areal zwischen Bogenstraße, Schlankreye, Heymann- und Gustav-Falke-Straße in Eimsbüttel.
Die Wohnungsgenossenschaft von 1904 wollte unter dem Platz Stellflächen schaffen, ist aber mittlerweile wieder abgesprungen. Grund: zu teuer. Die Suche nach einem Investor geht laut Bezirksamt weiter.
Die Garage ist ein wichtiger Baustein, um mit den Plänen voranzukommen. Der Umbau des Platzes zu einer Kunstrasenfläche kostet laut Bezirksamt etwa 500.000 Euro. Auf Nachfrage des Wochenblatts heißt es, dass die Verwaltung die Alsterbrüder dabei als Hauptansprechpartner sehe. Auch nach einem möglichen Umbau soll der Club Hauptnutzer sein. „Lediglich freie Kapazitäten würden nach Bedarf auch an andere Vereine vergeben werden“, so Kay Gätgens vom Bezirksamt.
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