Aldi-Markt schließt – wo sollen Senioren einkaufen?

„Schließt der Aldi am Langenfelder Damm, weiß ich gar nicht mehr, wie und wo ich mit meinem Rollator einkaufen gehen soll“, sagt Seniorin Hedwig Hilde-brand. (Foto: fh)

Filiale Langenfelder Damm 46 in Stellingen ist nur noch bis Ende Juni geöffnet

Frauke Heiderhoff, Stellingen – Schlecker schloss wegen der Pleite vor ein paar Wochen, jetzt macht ein weiteres Geschäft am Langenfelder Damm dicht: Der Aldi-Markt ist nur noch bis Ende Juni geöffnet. Grund laut Aldi-Zentrale in Essen: Der Laden sei nicht mehr zeitgemäß. „Ich weiß gar nicht, wo ich jetzt mit meinem Rollator einkaufen gehen soll“, klagt die Seniorin Hedwig Hilde-brand. Eigenständig kann die Bewohnerin der Arbeiter-Samariterbund-Seniorenanlage nur kurze Wege zurücklegen. Viele ihrer Mitbewohner müssten daran denken, eine zusätzliche Haushaltskraft zu bezahlen. Die meisten könnten sich das nicht leisten. Ähnlich sieht das Seniorin Erika Eberhardt.
Anwohnerin Gilanti Di Mitra fürchtet sich vor weiten Wegen. „Sollte das zukünftig geplante Backwarensortiment der Grund für die Schließung sein, ist das einfach nur irre“, sagt Michael Bergmann, Geschäftsinhaber vom Video Copyshop und Anwohner. Gerade an der Lappenbergsallee könne man sich vor Bäckern nicht retten.
Arzthelferin Cathrin Schulze weiß von der Schließung „nur von Mund-zu-Mund-Propaganda“. Sie findet es erstaunlich, dass „jeglicher Aushang fehlt“. Wahrscheinlich gebe es für die Aldi-Filiale keinen Ersatz. Die Schließung des Aldi vor ihrer Haustür bedauert sie sehr.
Hintergrund: Für alle Aldi-Filialen besteht ein neues Konzept. Die Verkaufsstellen sollen vergrößert werden. In den Geschäften soll es zukünftig ein ergänzendes Angebot an frischen Backwaren geben. Die heutigen Aldimärkte haben durchschnittlich eine Fläche von 900 Quadratmetern. Doch der Markt am Langenfelder Damm ist nur knapp 500 Quadratmeter groß. „Wir müssen die Filiale leider schließen“, so Aldi-Bezirksleiter Karlheinz Nachbaur. Leider gebe es in unmittelbarer Nähe keine alternativen Räume. Gemeinsam mit seinem Team halte er „jedoch die Fühler ausgestreckt“. Alle acht Mitarbeiter würden auf Filialen im Umkreis verteilt. Die nächsten Filialen liegen am Heußweg, an der Kieler Straße, am Eidelstedter Weg und in der Randstraße – deutlich weiter weg.
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