„Achtung vor der Wekab“

Absprachen wurden nicht eingehalten: Richard Lemloh machte schlechte Erfahrungen mit seinem Vermieter Wekab. Foto: cv

Warnung vor einem berüchtigten Vermieter: Ein Geschädigter erzählt

Von Carsten Vitt. Neue Wohnung gefunden, Umzug: Manchmal muss es schnell gehen, wenn Mieter eine neue Bleibe beziehen. Oft vertrauen sie dabei auf Absprachen mit ihrer vorherigen Verwaltung, früher aus dem Vertrag rauszukommen. Das kann gehörig schief gehen ohne schriftliche Vereinbarungen – ein Beispiel aus Eimsbüttel.
Richard Lemloh ist mit dem Vermieter Wekab auf die Nase gefallen. Dreieinhalb Jahre wohnte er in einem Altbau an der Hohen Weide in Eimsbüttel. Zentrale Lage, nah an der U-bahn-Station Hoheluftbrücke, eine begehrte Ecke. Lemloh kündigte im Mai und fragte bei der Verwaltung nach, ob es möglich sei, den Vertrag früher als üblich zu beenden, wenn er einen Nachmieter stelle. „Die Wekab versicherte mir, dass das kein Problem sei“, so Lemloh. Zudem wollte er mit Nachmietern vereinbaren, dass diese die Küche übernehmen, die er für etwa 6.000 Euro einbauen ließ. „Auch dazu sagte uns ein Wekab-Mitarbeiter, dass wir dafür schon eine Lösung finden würden.“
Nach dem Auszug schlug Lemloh mehrere Nachmieter vor – „alles solvente Paare mit einem guten Einkommen“. „Alle lehnte die Wekab ohne Begründung ab“, ärgert sich Lemloh. Zudem wollte die Wekab von den – mündlichen – Vereinbarungen über den Verbleib der Küche in der Wohnung nichts mehr wissen. Stattdessen sollte Lemloh weitere Monatsmieten zahlen und die Küche ausbauen.
„Das war ein Riesenstress, nun bleibe ich auf einem Schaden von 4.500 Euro sitzen. Alles ohne Not, das ist reine Schikane“, ärgert er sich. Das Problem bei der Wekab sei, dass die Mitarbeiter am Telefon den Mietern gegenüber durchaus respektvoll seien, aber offenbar die Geschäftsführung und Inhaber, Hermann Folz und Alexander Karlsten, dann ganz anders entscheiden. Er möchte warnen: „Man kann bei der Wekab auf keine mündlichen Zusagen vertrauen. Das Wort eines ehrbaren Kaufmanns zählt bei diesen Herren offenbar nicht.“
Das Elbe Wochenblatt fragte bei der Wekab telefonisch nach zu dem Fall. Antwort eines Mitarbeiters: Man habe dafür keine Zeit, eine E-Mail-Adresse für die Anfrage gebe man nicht heraus.

Das sagt Mieter helfen Mietern

Mieterhöhungen bis an die Grenze des rechtlich Zulässigen; Versuche, Gärten exklusiv zu parzellieren, um höhere Mieten zu erzielen: Die Wekab ist bei Mietern und Fachleuten dafür bekannt, dass sie nahezu alles ausreizt, um maximale Preise für Wohnraum zu erzielen. Im Fall von Richard Lemloh ist der Wekab dabei offenbar nichts Rechtswidriges vorzuwerfen. „Alles. was einem Mieter wichtig ist, sollte schriftlich vereinbart werden“, rät Marc Meyer von Mieter helfen Mietern. Da es diese Vereinbarungen hier nicht gab, musste die Küche ausgebaut werden. Im Klartext: Ein Vermieterwort zählt nichts. Es gebe auch keinen Anspruch darauf, einen Nachmieter zu stellen, um einen Vertrag früher zu beenden. Die Wekab sei bekannt als Vermieter, „der seine konkreten Verwertungsinteressen durchsetzt, soweit es rechtlich möglich ist“, so Meyer. Für Mieter heißt das: aufpassen und alles Wichtige schiftlich vereinbaren. cv
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