A-7-Ausbau ohne Stau?

Die A 7 wird in Stellingen auf durchgängig acht Spuren erweitert und soll in einem Tunnel verschwinden. Der Ausbau zwischen Kieler Straße und Güterumgehungsbahn beginnt 2015. Geschätzte Dauer: mindestens vier Jahre. (Foto: cvs)
 
Baustart an der Langenfelder Brücke: Frank Horch (Wirtschaftssenator Hamburg), Enak Ferlemann (Staatssekretär Bundesverkehrsministerium), Reinhard Meyer (Verkehrsminister Schleswig-Holstein) und Dirk Brandenburger (Deges, v.l.) (Foto: pr)

Bauarbeiten in Stellingen: Wie die Stadt den drohenden Verkehrskollaps verhindern will

Christopher von Savigny, Stellingen – Es ist soweit: An der Langenfelder Brücke hat Hamburgs und Norddeutschlands größtes Bauprojekt für die nächsten zehn Jahre begonnen. Die Autobahn A 7 wird ausgebaut und bekommt einen dreigeteilten, insgesamt 3,5 Kilometer langen Deckel.
Mit Verkehrsproblemen dürfte zu rechnen sein. Schon jetzt klagen Autofahrer und Anwohner über lange Staus. Hamburgs neuer Koordinator für den Ausbau der A 7, Gerhard Fuchs, glaubt jedoch, das Problem in den Griff zu bekommen. „Die zusätzlichen Belastungen werden nur geringfügig spürbar sein – wenn überhaupt“, zeigt sich der ehemalige Staatsrat der Stadtentwicklungsbehörde optimistisch.
Bei 155.000 Fahrzeugen täglich liegt die Zahl der Autos im Abschnitt zwischen der Ausfahrt Stellingen und dem Autobahnkreuz Nordwest zurzeit. Schätzungen der Verkehrsbehörde zufolge könnten innerhalb der nächsten Jahre rund 25.000 Fahrzeuge pro Tag hinzukommen. Damit der Verkehr weiterhin fließt, soll die Anzahl der Fahrstreifen an den Baustellen nicht verringert werden. Zusätzlich werde die Spurweite deutlich – im Durchschnitt 30 Zentimeter – über dem Normalmaß liegen. Weiterhin wirbt Fuchs für einen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. „Täglich 30.000 Nutzer der A 7 fahren nördlich der Elbe auf die Autobahn und wieder ab“, so Fuchs. In solchen Fällen sei der Umstieg auf Bus und Bahn sinnvoller. Auch der Güterverkehr soll so weit wie möglich auf die Schiene verlagert werden. Gespräche mit der Bahn sind nach Auskunft des Koordinators bereits gestartet.
Autofahrer, die nur auf der Durchfahrt sind, will Fuchs weiträumig umleiten. Innerhalb des Stadtgebiets werde es während der Bauzeit allerdings keine Umleitungsempfehlungen geben. „Innerstädtische Staus sollen vermieden werden“, sagt Fuchs.
Durch diese Maßnahmen könne man die Verkehrsbelastung um insgesamt 15 Prozent reduzieren, glaubt der Ex-Staatsrat. Eine deutliche Entlastung werde auch zu spüren sein, wenn in einigen Wochen die Arbeiten am Elbtunnel beendet seien.
Die Kosten für den gesamten A-7-Ausbau betragen rund 1,2 Milliarden Euro.


Brücken und Tunnel: Das wird gemacht


Bauen bei laufendem Verkehr: Wie geht das? Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was wird gemacht?

Das größte Projekt des A-7-Ausbaus ist die Überdeckelung der Fahrbahn in Schnelsen, Stellingen und Altona. Der Stellinger Tunnelabschnitt ist knapp einen Kilometer lang und reicht von der Kieler Straße bis zur Güterumgehungsbahn. Die Bauarbeiten sollen 2015 beginnen und rund vier Jahre dauern. Weiterhin wird die Fahrbahn zwischen der Langenfelder Brücke und dem Autobahndreieck Nordwest von sechs auf acht Fahrspuren erweitert.

Was ist das Schwierigste?
Eines der anspruchsvollsten Projekte bei der Erneuerung der A 7 ist der Neubau der 400 Meter langen Langenfelder Brü-cke. Sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr darunter sollen während der Bauarbeiten weiter fließen. Um dies zu gewährleiten, wird zuerst der östliche und anschließend der westliche Teil der Brücke erneuert. Der Autobahnverkehr wird über die jeweils andere Brückenhälfte geführt. Die Arbeiten sollen bis 2018 abgeschlossen sein.

Wo gibt es Infos?

Die zuständige Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH) hat eine Sprechstunde eingerichtet, in der man sich über den aktuellen Stand der Dinge informieren kann. Nächster Termin: Mittwoch, 18. Juni, 17 bis 19 Uhr, Kieler Straße 421.
Weitere Infos und aktuelle Verkehrslage im Internet unter www.hamburg.de/a7-deckel
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