17 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter

Altbauten in Eimsbüttel sind begehrt: In Häusern wie in der Lutterothstraße 61 schraubt der Immobilienkonzern Akelius die Mieten immer höher.

Wie der Immobilienkonzern Akelius die Mieten hochtreibt – ein Beispiel aus Eimsbüttel

Wohnen in Eimsbüttel ist teuer. Altbauwohnungen sind begehrt, Vermieter verlangen oft horrende Preise, und Mieter bezahlen – so dreht sich die Spirale immer weiter. Ein Beispiel.
Lutterothstraße 61, ein schmucker Altbau aus dem Jahr 1910. Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen, perfekt für Alleinstehende oder Paare: Das sind begehrte Objekte auf dem Mietmarkt. Seit der Immobilienkonzern Akelius das Haus 2011 kaufte, steigen die Preise. Langjährige Bewohner zahlen noch etwa acht Euro kalt pro Quadratmeter. Wer seit dem Eigen-tümerwechsel einzog, muss das Doppelte aufbringen. Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung, 46 Quadratmeter, verlangt Akelius 780 Euro Kaltmiete – das sind umgerechnet knapp 17 Euro pro Quadratmeter!
Der schwedische Konzern geht nach folgendem Muster vor: Häuser in guten Lagen werden gekauft, aufgewertet, die Wohnungen dann teuer neu vermietet. In der Lutterothstraße 61 gibt es zwölf Wohnungen, etwa ein Drittel noch mit einem älteren Vertrag. Zieht ein Mieter aus, wird saniert. Danach stehen die Wohnungen mitunter monatelang leer – in der Lutterothstraße 61 zum Beispiel sind mindestens drei aufgehübschte Wohnungen seit Februar unbewohnt. Akelius will diese nun neu vermieten – für 15 bis 17 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.
Die hohen Preise in neuen Verträgen verteuern indirekt auch die Mieten der langjährigen Bewohner. Weil so der Mietenspiegel als Richtwert insgesamt steigt, kann der Eigentümer erhöhen. Bei einer Bewohnerin wurde die Miete um gut 60 Euro angehoben – das sind knapp 15 Prozent.
Mietervereine haben das Treiben des Konzerns schon seit längerem beobachtet – im Schanzenviertel werden ebenfalls Preise um die 17 Euro verlangt. Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg: „Akelius nutzt die Wohnungsnot in Hamburg aus und schöpft
Mieterhöhungen bis zur äußersten Grenze aus.“ Aktuell besitzt Akelius etwa 3.750 Wohnungen in Hamburg, davon etwa 200 in Eimsbüttel.

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2 Kommentare
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Peter Wulf aus Altona | 20.08.2014 | 12:11  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 20.08.2014 | 17:04  
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