125 Jahre ETV – der Verein feiert mit dem Viertel

Wann? 23.05.2014 20:00 Uhr

Wo? ETV Sportzentrum, Bundesstraße 96, 20144 Hamburg DE
Als Turnen noch der „nationalen Erziehung“ diente: Junge Mitglieder der Eimsbütteler Turnerschaft. Der 1889 gegründete Verein war eine der Keimzellen des Eimsbütteler Turnverbands. Das Bild entstand um 1899. (Foto: ETV Archiv)
Hamburg: ETV Sportzentrum |

1889 gegründet, heute Eimsbüttels größter Sportclub – eine Bestandsaufnahme

Der Eimsbütteler Turnverband (ETV) feiert 125. Geburtstag – das Elbe Wochenblatt sprach mit dem Vorsitzenden Frank Fechner über die Aussichten für Eimsbüttels größten Sportverein.

Herr Fechner, der ETV hat mehr als 12.000 Mitglieder, eine hauptamtliche Geschäftsführung, verkauft sich professionell als Marke – ist das nun ein Unternehmen oder noch ein Verein?
Wir sind ganz klar ein Verein, wir haben einen sozialen Auftrag und verstehen uns als Dienstleister für die Menschen im Stadtteil. Mit der Marke ETV wollen wir einen Identifikationspunkt für den Stadtteil bieten – da orientieren wir uns stark am FC St. Pauli, der ja auch für einen ganzen Stadtteil steht.

Ist beim ETV eher Breitensport oder eher Leistungssport wichtig?
Schon immer beides. Wir fördern ambitionierte Amateure bis an die Grenze zum Profisport. Bezahlte Sportler sind dann nicht mehr unsere Sache. Aber mit unseren rund 10.000 Mitgliedern im Breiten- und Gesundheitssport liegt da eindeutig unser Schwerpunkt.

Seit zwei Jahren bietet der ETV als Partner von Ganztagsschulen Nachmittagsbetreuung und Neigungskurse an – wird Bildung das nächste ETV-Spielfeld?
Das ist eine Ergänzung unserer Stadtteilarbeit. Wir wollen Kinder in der Schule für sportorientierte Angebote begeis-tern. Wenn Kinder nicht mehr zum Verein kommen können, weil sie nachmittags in der Schule sind, kommt der Verein eben zu den Kindern.

Kleinere Vereine können das nicht, sie sind gegenüber dem großen ETV im Nachteil und fühlen sich verdrängt ...
Die Befürchtungen kleinerer Vereine kann ich nachvollziehen, es ist ein gewisser Wettbewerbsnachteil. Allerdings arbeiten wir in Eimsbüttel auch mit anderen Vereinen zusammen – zum Beispiel unterstützen wir den FC Alsterbrüder, um gemeinsam einen Kunstrasen für den Gustav-Falke-Sportplatz zu bekommen. Ebenso hat der ETV Eintracht Lokstedt und den HEBC bei deren Kunstrasenprojekten unterstützt und beraten.

Der ETV hat sich lange schwergetan, die völkischen, judenfeindlichen Tendenzen in der Vereinsgeschichte zuzugeben und aufzuarbeiten – wie sieht es heute aus?
Das war ein schwieriger Prozess, es gab auch Widerstände. Mittlerweile geht der Verein offen damit um, es gibt viel Zustimmung dafür. Der offensive Umgang mit dieser unschönen Vergangenheit ist ein Teil des Vereinslebens geworden.


Zum Jubiläum will der ETV Freunde und Nachbarn einladen: Am Freitag, 23. Mai, ab 20 Uhr, steigt eine Party für alle im Sportzentrum, Bundesstraße 96. Es gibt Livemusik von der Jazzsängerin Caro Josée und Band sowie von Pop- und Soulsängerin Katrin Wulff. Der Eintritt kostet fünf Euro, Karten gibt es im Sportzentrum oder an der Abendkasse.
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