1.118 neue Wohnungen, aber nur 65 günstige

Gebaut wird viel in Eimsbüttel, aber günstige neue Wohnungen entstehen bisher nur wenige.

Eimsbüttel: Die Bilanz zum Wohnungsbau 2012

Ein Ziel erreicht, von einem anderen ganz weit entfernt: Das ist die Bilanz für den Wohnungsbau in Eimsbüttel. Bis Ende November 2012 wurden laut Bezirksamt 1.118 Wohnungen genehmigt – angestrebt waren 700. Allerdings waren darunter nur 65 günstige, geförderte Wohnungen – dabei sollten ein Drittel der neu genehmigten Einheiten Sozialwohnungen sein, so die politische Vorgabe.
„Das ist keine Zahl, die einen begeistert“, gibt SPD-Fraktionschef Rüdiger Rust zu. Mehr geförderte, günstige Wohnungen könne man aber im Prinzip nur bei größeren, neuen Bauvorhaben erreichen. Auf Flächen, die der Stadt gehören, sollen dann zu 100 Prozent Sozialwohnungen gebaut werden. Das Problem: Solche Flächen gibt es in Eimsbüttel kaum noch – oder das Planungsverfahren wird erst in den kommenden Jahren abgeschlossen. Während es im Kerngebiet mit den Stadtteilen Eimsbüttel, Rotherbaum, Harvestehude und Hoheluft-West maßgeblich um Lückenschlüsse geht, sind in Stellingen, Eidelstedt und Schnelsen noch größere Flächen frei. Zwingen kann die Stadt Privateigentümer aber ohnehin nicht, günstige Wohnungen zu bauen. „Wo Flächen zur Verfügung stehen, sind Investoren nicht dazu bereit, sondern pokern um Gewinn“, kritisiert Roland Seidlitz (GAL). Das habe sich bei der DRK-Fläche in Lokstedt gezeigt, wo der Bau von Sozialwohnungen gescheitert ist.
Frank Döblitz (CDU) sieht noch ein anderes Problem: „Bei den Zahlen geht es immer nur um Baugenehmigungen, aber was wird wirklich realisiert? Und was wurde dafür vorher abgerissen?“ So tauchten im Eimsbütteler Wohnungsbauprogramm (siehe Kasten) nur Neubauzahlen auf, ohne einzurechnen, was bei einem Abriss vorher an Wohnungen verloren gehe. Grundsätzlich hält er die Strategie für richtig, möglichst viele neue Wohnungen zu bauen. „Es muss aber auch daran gedacht werden, dass genügend Einkaufsmöglichkeiten und Kitas im Umfeld sind.“
Zudem gebe es Engpässe im Bezirksamt: „Die Bauprüfer in Stellingen sind hilflos überfordert und kommen mit den Bau-Anträgen nicht hinterher.“

Hier soll gebaut werden - eine Auswahl der neuen Flächen


Der Bezirk Eimsbüttel hat sich gegenüber dem Senat verpflichtet, pro Jahr 700 neue Wohnungen zu genehmigen. 2011 (972 Einheiten) und 2012 (1.118 Einheiten, Ende November) wurde diese Marke deutlich überschritten. Ein Großteil der Genehmigungen wird derzeit noch für die Stadtteile des Kerngebiets (Eimsbüttel, Hoheluft-West, Harvestehude, Rotherbaum) erteilt. Dies sind jedoch meist kleinere Wohnhäuser oder Anbauten. Die Möglichkeiten in diesen Vierteln sind schon bald ausgereizt. Ab 2015 soll der Schwerpunkt daher auf Stellingen und Schnelsen liegen.
Im Wohnungsbauprogramm des Bezirks sind detailliert mögliche Flächen aufgelistet - nun sind 25 neue hinzugekommen. Eine Auswahl.

– Rentzelcenter, Reinfeldstraße/Rentzelstraße: 25 bis 100 neue Wohnungen, Gewerbe
– Autohaus Fruchtallee / Vereinsstraße 80: zehn bis 15 Wohnungen
–  Emilienstraße / Osterstraße 75-77: zehn bis 15 Wohneinheiten
– Gärtnerstraße 76 (Tiefgarage): zehn bis 15 Wohnungen
– An der Lohbek/Grandweg: 50 bis 85 Wohnungen
– Koppelstraße 24-30: 70 bis 100 Wohnungen
– Langenfelder Damm / Ecke Privatweg: 40 bis 60 Wohnungen
– Wördemanns Weg 18-24: 15-35 Wohnungen
– Kronsaalsweg 63d / Kieler Straße 541a-d: 25 bis 35 Wohnungen
– Langenfelder Damm 46 (ehemals Aldi): 20 bis 35 Wohnungen
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