Kein Ort - nirgends Displaces Persons - Schicksale im Nachkriegsdeutschland

Wann? 23.04.2017 15:00 Uhr

Wo? Apostelkirche, Bei der Apostelkirche, 20257 Hamburg DE
Hamburg: Apostelkirche |

Die Gottesdienstwerkstatt der Kirchengemeinde Eimsbüttel beteiligt sich in diesem Jahr am Eimsbütteler Monat des Gedenkens am 23. April in der Apostelkirche mit dem Thema „Kein Ort-nirgends: Displaces Persons“ im Nachkriegsdeutschland.

Unter dem von den Alliierten geschaffenen Begriff „Displaces Persons“ (DP) verstand man vornehmlich Menschen mit jüdischen Wurzeln, die die KZ-Haft überlebt hatten und denen vorher durch das Nazi-Regime ihre deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden war (wofür sie noch bezahlen mussten). Sie waren also staatenlos.

Als DPs galten auch Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, hauptsächlich aus Osteuropa, die nach dem Krieg nicht mehr in ihre Heimatländer zurückgehen konnten oder wollten ohne Gefahr für Leib und Leben wegen angeblicher Kollaboration mit dem Nazi-Deutschland. Auch sie waren staatenlos.
Das Leben der DPs war höchst eingeschränkt und bedrückend: Unterbringung in ehemaligen Konzentrations- oder anderen Lagern, kaum Unterstützung, keine Arbeit. DP zu sein bedeutete, keinen Pass zu haben und „mit der Staatsangehörigkeit auch den Status einer Rechtsperson und die Heimat zu verlieren“ (Hannah Arendt).

In Hamburg lebten noch Jahre nach dem Krieg etwa 4000 DPs. Die Erinnerung an diese durch staatliches Unrecht und politische Veränderung in ihren Rechten erheblich eingeschränkten und heimatlos gemachten Menschen, an ihr Schicksal und Leid, ist kaum noch vorhanden.

Deshalb wird sowohl im Gottesdienst um 15.00 Uhr als auch in der anschließenden Veranstaltung um 16.00 Uhr von den Schicksalen von Displaces Persons und staatenlos gemachten Menschen berichtet. Das Thema ist aktuell bis heute, wie u.a. anhand eines Beispiels eines jungen Mannes oder durch einen Blick in die Welt zu erfahren sein wird.

Dr. Martin Hoffmann wird an der Orgel den Gottesdienst begleiten, Tornado Rosenberg und Christian Bucovic sind mit ihrer Gitarrenmusik zu hören.
Nach der Veranstaltung ist Gelegenheit zum Gedankenaustausch.
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