Der Online-Wahnsinn - noch bleibt Hamburg standhaft

Fußgänger sollen sich künftig nicht mehr an roten Ampeln langweilen. Die Lösung: Computerspiele an den Ampelmasten, mit denen sich die Fußgänger die Zeit vertreiben können, bis die Ampel auf "grün" schaltet. Wer dies für einen Witz hält, muss nur nach Oberhausen fahren, um sich diese Meisterleistung anzusehen, die aus der Werkstatt eines Start ups in Hildesheim kommt. Gedacht ist das Ganze natürlich als Beginn eines Siegeszuges durch Deutschland und darüber hinaus. Ein anderes Ziel verfolgt die Einrichtung von Bodenampeln an Übergängen, die die Fußgänger, die durch ihren starren Blick auf ihr Smartphone abgelenkt sind, durch Blinkzeichen warnen sollen, wenn kreuzender Verkehr im Anmarsch ist. In Köln und Augsburg wurden solche Ampeln bereits installiert. Welch ein Wahnsinn und was für Geldverschwendung, wenn man bedenkt, dass vielerorts Geld fehlt, um Leistungen, z. B. im sozialen Bereich, angemessen zu bezahlen. Ein Leser im Abendblatt schreibt dazu heute "Der Mensch degeneriert sich selbst und das noch vorsätzlich" - Recht hat er.

Aus der Hamburger Politik ist zu hören, dass diese "Errungenschaften" zur Zeit kein Thema seien. Noch ist man nicht sonderlich überzeugt, dass die Bodenampeln der richtige Weg sind, um Gefahren abzuwehren. Und die "Spielerei" aus Oberhausen steckt sicherlich noch in den Anfängen. Aber wer den Zeitgeist kennt, der weiß natürlich, wie schnell so eine Haltung umkehren kann. Schließlich will man nicht rückständig sein. Bleibt deshalb zu hoffen, dass Hamburg auf sinnvollere Maßnahmen setzt und sich bei Geldausgaben verantwortungsvoll verhält.
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