Wasserball: Selin schwimmt den Jungs davon

Selin Karakus ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Nachwuchswasserballer des SV Poseidon.

Wilhelmsburg. Der junge Bremer plant die große Show: Eine Pirouette mit dem Ball im Becken drehen und dann Richtung Tor durchstarten. Sekundenbruchteile später geht der Trickser unter Wasser. Er hat die Rechnung ohne Selin Karakus gemacht. Sie hat den Trick erwartet und ihrem Gegenspieler den Ball von der Hand stibitzt. Selin leitet bereits den Konter ein, während der überhebliche Junge erst langsam wieder verdutzt auftaucht.

Als einziges Mädchen bei den Wasserballern erfolgreich

Als einziges Mädchen unter lauter Wasserballer-Jungs, wie ist es dazu gekommen? „Mein Bruder Kaan hat mich mitgenommen", erklärt Selin. „Vor drei Jahren empfahl ein Arzt meinem Sohn den Wasserballsport als gelungene Kombination von Schwimmen und Ballspiel zur Stärkung der Gelenke und Muskulatur“, sagt Mutter Serap. Ein guter Rat des Mediziners. Der 13-jährige Kaan wuchs kräftig über sich hinaus und ist nun der Rückhalt im Tor der Jugendmannschaft des SV Poseidon Hamburg. Im „Feld“ führt derweil seine Schwester Regie. „Selin nach vorne, Selin hinten“, der Name der 10-Jährigen fällt häufig während des Spiels, auch wenn sie mal nicht dabei ist, fragt der Gegner: „Wo ist den euer Mädchen?“. Wie wichtig das einzige Mädchen bei den Nachwuchswasserballern ist, wurde bei den norddeutschen Meisterschaften der U11-Jugend deutlich. „Selin war bei zwei Spielen erkrankt, die erhoffte Medaille fiel ins Wasser“, so Trainerin Mona Rieger, 24.

Schwimmen Selins Karakus U13-Junioren im Becken an, dann wird die Spielerin mit der Nummer sieben häufig unterschätzt. Schließlich ist sie in dieser Altersklasse mit zehn Jahren sehr jung und meistens allein unter Jungen. Doch spätestens nach dem dritten Torerfolg hat sich Selin den Respekt ihrer Gegenspieler verdient. „Sie spielt mit einer hervorragenden Übersicht, die Jungs sind bei weitem noch nicht so weit im Spielverständnis“, freut sich Poseidons zweiter Nachwuchstrainer Hennes Striebeck über das Talent der Gymnasiastin. Die Begeisterung für das Wasser wurde bei Selin im Urlaub geweckt. „Im Sommer besuchen wir immer meine Eltern“, erklärt ihre Mutter. „Sie wohnen an der türkischen Ägäisregion direkt am Meer“.

Selin sucht Mitspielerinnen


Die Stärken der Hamburgerin sind auch anderen Mädchenteams nicht verborgen geblieben. Doch Selin möchte weiter in ihrem Heimatverein spielen und sucht noch Mitspielerinnen im Alter von neun bis 13 Jahren, die beim SV Poseidon Spaß an dem spannenden Sport haben. „Wir kommen viel rum“, wirbt sie für den Wasserball.

Selin ist derzeit mit ihrem Team für zwölf Tage im Trainingslager im ungarischen Budapest. Im Februar waren die Nachwuchsspieler des SV Poseidon beim deutschen Rekordmeister Spandau 04 in Berlin. Nationalspieler Maurice Jüngling kam zum Training vorbei und gab den Talenten Tipps und verriet Tricks, für den Erfolg im Wasser. Die Nachwuchswasserballer des SV Poseidon trainieren Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 18 Uhr bis 20 Uhr im Inselparkbad Wilhelmsburg.
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