Ein Luruper Jung will den WM-Titel

Unter den Fittichen von Michael Timm (r.), der Profiboxer wie Felix Sturm und Jürgen Brähmer zu Weltmeistern machte, entwi-ckelte sich auch Artem Harutyunyan zu einem erfolgreichen Faustkämpfer. Foto: ponik

Artem Harutyunyan präsentiert sich bei den Box-Titelkämpfen in Topform

RAINER PONIK, HAMBURG-WEST
Artem Harutyunyan war gerade mal ein Jahr alt, als er mit seiner Familie vor dem Krieg in Armenien nach Deutschland floh. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er auf Flüchtlingsschiffen und in Asylantenheimen. Vater Aram Harutyunyan, ehemaliger Karatetrainer der Sowjetarmee, begann schon früh, Artem und seinen Bruder Robert im Kampfsport Taekwondo auszubilden, in dem die Brüder mehrmals Deutsche Jugendmeister wurden.

Bei „Tante“ Pancek in Lurup fing alles an


Als Artem zehn Jahre alt war, meldete Aram Harutyunyan seine Jungs dann bei der Boxabteilung des SV Lurup an. Trainer Karl-Heinz, genannt „Tante“ Pancek wurde zum erstenCoach des jungen Artem, den das Faustkampffieber fortan nicht mehr losließ. „Es hat nicht lange gedauert, da war mir klar, dass genau dieser Sport der richtige für mich ist“, erzählt der heute 27-Jährige, der mit seinem Bruder später zum TH Eilbeck wechselte und seit 2010 im Leistungszentrum Schwerin zuhause ist.
Ein Jahr später wurde das Boxtalent, das schon im Jugendalter zahlreiche Titel gewonnen hatte, erstmals Deutscher Meister im Halbweltergewicht. Mit großem Ehrgeiz und Trainingsfleiß nutzte Artem seine Zeit in Schwerin, um sich boxerisch weiterzuentwickeln, sicherte sich 2015 in Hamburg prompt den Weltmeistertitel des inzwischen nicht mehr existenten Profiverbandes APB und qualifizierte sich so auch für die Olympischen Sommerspiele 2016, bei denen er für den Deutschen Boxsport-Verband Bronze holte.
Klar, dass der ehemalige Luruper auch bei den gerade in Hamburg stattfindenden Weltmeisterschaften der Amateure wieder für Deutschland im Ring steht. „Ich weiß, dass meine Familie und viele Freunde und Bekannte bei meinen Kämpfen in der Halle sein werden und werde natürlich mein Bestes geben“, sagt Artem, dem in der Gewichtsklasse bis 64 Kilo durchaus Medaillenchancen eingeräumt werden.

Das Ziel: der Finalkampf am Sonnnabend ab 18 Uhr

Nachdem er in der ersten Runde ein Freilos hatte, musste Artem im Achtelfinale am vergangenen Sonntag gegen den englischen Vize-Europameister Luke McCormack antreten. „Artem war schon als Schüler sehr reaktionsschnell und beweglich. McCormack war ein starker Gegner, aber am Ende hab ich keinen Moment daran gezweifelt, dass Harutyunyan den Kampf gewinnt“, sagte Boxsportkenner Herbert Offermanns. 

Offermanns verfolgte den Fight in der Alsterdorfer Sporthalle als langjähriger Pressesprecher beim Hamburger Amateurboxverband kennt er auch Artem schon lange. „Ich bin gut in Form und möchte hier in Hamburg Weltmeister werden“, sagte der Sieger nach dem Schlussgong selbstbewusst. Im Viertelfinale traf Artem am gestrigen Abend auf den Usbeken Ikboljon Kholdarov ( der Kampf war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet); die WM-Finalkämpfe finden am Sonnabend ab 18 Uhr in Alsterdorf statt.
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