Dramatisches Rugby-Finale

Alina Stolz (2. v. r.) zählte im Finale um die Deutsche Meisterschaft zu den stärksten St. Paulianerinnen. Foto: Schüneman
Hamburg: Rugbystadion |

St. Pauli-Frauen verspielten 19:0-Führung, feierten aber die Vizemeisterschaft

Rainer Ponik, Hamburg-West
Die Rugbyfrauen vom FC St. Pauli haben das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den Heidelberger RK mit 19:27 verloren. Obwohl die Mannschaft des neuseeländischen Trainers Phil Gilbert es nicht schaffte, den klar favorisierten Gästen ein Bein zu stellen, wurden die Spielerinnen von den 400 Fans im Rugbystadion an der Saarlandstraße wie Sieger gefeiert.
Schon in der zweiten Minute brachte Stephanie Harringer den Außenseiter nach einer gewonnenen Gasse mit 5:0 in Führung. Kickerin Alina Stolz direkt im Anschluss erhöhte auf 7:0. Die an diesem Tag wohl stärkste St. Paulianerin legte den zweiten Versuch aus einem Gedränge heraus selbst und stellte erneut ihre Kicker-Qualitäten, die sie in der Vergangenheit als Fußballerin beim SC Vier- und Marschlande erworben hatte, unter Beweis. Als Marlene Lorenz das Rugby-Ei nach einer halben Stunde zum dritten Mal in der Endzone der Heidelbergerinnen ablegte, waren die Gastgeberinnen bereits auf 19:0 davongezogen. Nicht wenige Zuschauer rieben sich verwundert die Augen, denn die noch unbesiegten Gäste konnten sich gegen die starke Abwehr der St. Paulianerinnen einfach nicht durchsetzen, so dass der HRK ohne einen einzigen Punkt auf dem Konto in die Halbzeitpause ging.
Unter den Augen von Vereins-präsident Stefan Orth setzten die Braun-Weißen die Gäste auch nach dem Wechsel weiter unter Druck. Erst nachdem die Heidelbergerinnen den Rückstand durch ihren ersten Versuch auf 5:19 verkürzt hatten, wurden sie zunehmend stärker. Während der HRK aufkam, hatte St. Pauli den körperlich fitteren Gästen nicht mehr viel entgegenzusetzen. So schaffte es der HRK in der Schlussphase doch noch, das Blatt zu wenden und das Spiel für sich zu entscheiden.
Trotzdem hielt sich die Enttäuschung nach der Niederlage in Grenzen. „Unser Team ist über sich hinausgewachsen und hat erstklassiges Rugby gezeigt“, lobte St. Paulis Abteilungsleiter Nils Zurawski das Frauenteam. „Unsere Fans haben durch ihre lautstarke Unterstützung ihren Teil dazu beigetragen, dass das Spiel so knapp ausgegangen ist“, war sich Mannschaftsführerin Johanna Jahnke sicher.
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