Der SVE trifft Sportsenator Michael Neumann

Martin Hildebrandt (links) und der Sportsenator Michael Neumann
Der SV Eidelstedt ist als Gründungsmitglied seit drei Jahren Mitglied der TopSportVereine. Diese trafen sich am 15. Februar 2012 zur Besprechung der Dekadenstrategie. Die Dekadenstrategie Sport des Hamburger Senats beschäftigt schon seit einiger Zeit Verbände und Vereine. In der vergangenen Woche trafen sich die Vertreter der TopSportVereine Metropolregion Hamburg e.V.* mit Innen- und Sportsenator Michael Neumann um über die Umsetzung der Dekadenstrategie zu sprechen. In der zweistündigen Unterhaltung mit inhaltstarken Diskussionen signalisierten die Vertreter der TopSportVereine dem Senator ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Dekadenstrategie. Zudem teilten sie Neumann ihre Wünsche und Anregungen mit, die der Senator dankend mitnahm.
15 Vertreter der TopSportVereine hatten im Rahmen ihres zweitägigen Workshops in sechs Arbeitsgruppen sechs Dekadenstrategie-Themenfelder erörtert: Sport als Querschnittsaufgabe der Politik, Breitensport, Leistungssport, Infrastruktur, Kinder- und Jugendarbeit sowie Vereins- und Verbandsentwicklung. Sie warfen zu den einzelnen Themenfeldern inhaltliche Fragen auf und formulierten Vereinswünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen.
Senator Neumann nahm sich der inhaltlichen Thematik konsequent an. Er betonte: „Wir wollen im Rahmen der Dekadenstrategie eine stetige Abstimmung mit dem organisierten Sport in Hamburg. Wir werden nicht bei allen Entscheidungsfindungen und Maßnahmen immer sofort einig sein, aber wir werden uns bei den Prozessen inhaltlich austauschen. Wir brauchen und wollen die Unterstützung des Sports und der Vereine."
Diese Unterstützung sagte HSB-Präsident Günter Ploß im Rahmen eines weiteren Dekadenstrategie-Workshops zu. „Die Diskussionen in den vergangenen Tagen haben deutlich gemacht, dass in den Vereinen vielfältige Erfahrungen und hoher Sachverstand vorhanden sind. Wir werden diese Kompetenzen bündeln und in die Umsetzung der Dekadenstrategie einbringen", so Ploß.

Die sechs Themenfelder und ihre prägnanten Inhalte:

Sport als Querschnittsaufgabe der Politik
Die TopSportVereine erhoffen sich durch gezielte Organisation, Sport als Querschnittsaufgabe der Politik zu behandeln, zielführendere Diskussionen, optimiertere Abstimmungsprozesse und Entscheidungswege als in der Vergangenheit - beispielsweise bei politischen Themen wie Park- und Grünflächenplanungen, Schulsportstätten oder KiTa-Investitionen. Michael Neumann betonte: „Wir wollen die Bezirke stärker in die Verantwortung nehmen und eng zusammenarbeiten. Auch wir erhoffen uns mehr Geschwindigkeit in Prozessen und brauchen dabei die Unterstützung der Vereine, denn es handelt sich bei diesem Thema um einen Kulturwechsel, der zugleich einen Lernprozess mit sich bringt."

Breitensport

Dass die Dekadenstrategie eine nachhaltige Förderung des Breitensports beinhaltet, befürworten die TopSportVereine einheitlich. Sie fordern die bewusste Erweiterung der Zielgruppe um die Altersklasse Ältere/Senioren. Neumann erklärte, dass diese Zielgruppe bei der Erstellung der Dekadenstrategie sehr wohl berücksichtigt worden sei, allerdings eine gezielte Fokussierung auf Kinder schriftlich fixiert wurde. „Wir verfolgen dabei das Ziel eines moralischen Rechtsanspruches der Kinder auf drei Stunden Bewegung am Tag für jedes Kind." Getreu dem Präventionsprinzip sollen frühestmögliche Bewegungsangebote breitflächig erstellt werden. Im Schuljahr 2012/2013 soll erstmals ein Bewegungsparcours in allen dritten Hamburger Schulklassen absolviert werden.

Leistungssport

Die TopSportVereine äußerten ihre Besorgnis, dass bei einer absoluten Spitzenförderung die sportliche Leistungssportvielfalt leiden könnte und sogar Profilsportarten auf der Strecke bleiben könnten. Senator Neumann erklärte, dass „eine gezielte Förderung angestrebt" sei: „Wir brauchen eine Ideensynchronisierung. Wir müssen sehen, was zum Hamburger Profil und zu den Großveranstaltungen in unserer Stadt passt. Einen Wegfall von Profilsportarten haben wir bislang nicht besprochen - ist auch nicht meine Idee."
Zum Zusammenhang der Schwerpunktsportarten und Großveranstaltungen, den so genannten TOP 10, sagte HSB-Präsident Ploß: „Es liegt nahe, in den Schwerpunktsportarten auch Großveranstaltungen durchzuführen. Nicht in jeder dieser Sportarten wird dies aber geschehen, und man wird auch nicht Schwerpunktsportart, nur weil man ein solches Ereignis veranstaltet."


Infrastruktur

Den Kommentaren der TopSportVereine - die Forderung nach zügigen Sanierungen und Substanzerhaltung der öffentlichen Hallen und Sportplätze, eine Erhöhung der Qualität durch nutzungsbezogene Regelungen (Wärme, Reinigung, Sanitär) und Sicherung zinsgünstiger Darlehen für Investitionen eigener Vereinsprojekte - widmete Michael Neumann nur ein dauerhaftes Nicken und ließ sich zwei Worte entlocken: „Das stimmt!"

Sportjugend

Die TopSportVereine wünschen sich eine ganzheitliche Anerkennung der Sportvereine als außerschulische Bildungspartner. Sie wollen für ihre Stadtteilsozialarbeit als gleichberechtigte Jugendhilfeträger die entsprechenden finanziellen Förderungen erhalten und wünschen sich eine Vereinfachung in Bezug auf Förderberechtigungsnachweise hinsichtlich des Projekts „Kids in die Klubs". Senator Neumann forderte ein aktives Mitwirken des organisierten Sports, vor allem für Vereinfachungsmodelle: „Wenn der Sport uns Vorschläge macht, werden wir sie überprüfen, diskutieren und auf unserem Weg mitnehmen. Ich bin offen für jeden guten Vorschlag." Vor allem in Bezug auf Projekte wie „Kids in die Klubs" und dem Bildungs- und Teilhabepaket gehe es jetzt auch darum Verwaltungsaufwände zu vermeiden. Die Forderung nach Gleichbehandlung als Jugendhilfeträger könne er nachvollziehen, sagte der Senator: „Dabei geht es um einen knallharten Wettbewerb. Da kann ich nur für Gleichbehandlung werben und Vorschläge in die Bezirksversammlungen und Jugendhilfeausschüsse einbringen."

Vereins- und Verbandsentwicklung

Der Sportsenator teilt die Auffassung, dass Quartiersvereine wie die TopSportVereine in ihren Stadtteilen vernetzte soziale Dienstleister sind, die mit stetig wachsenden Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert werden und sich entsprechend auch in ihren Strukturen weiterentwickelt haben. „Wir haben unsere Erwartungen an den Sport formuliert. Und ich sehe leider auch, dass einige Vereine da deutlich mehr machen müssen. Ich will da gerne unterstützen." Neumanns Prognose: „In den nächsten fünf Jahren wird sich entscheiden, wie sich der Hamburger Sport in seiner Gesamtheit entwickelt. Ich kann und werde weiterhin für gemeinsames Handeln, für den Austausch und die Umsetzung der Dekadenstrategie werben."

* TopSportVereine Metropolregion Hamburg e.V.: Zusammenschluss von 26 Großsportvereinen in Hamburg mit insgesamt mehr als 130.000 Mitgliedern.
Die Vereine: Altonaer Turnverband, Grün-Weiss Eimsbüttel, FC St. Pauli, Hausbruch-Neugrabener TS, Rellinger Turnverein, SC Poppenbüttel, T.H.-Eilbeck, TuS Berne, VfL Pinneberg, Bramfelder SV, ETV, HT 16, Hochschulsport-Förderverein, Rissener SV, SCVM, TSG Bergedorf, Verein Aktive Freizeit, Walddörfer SV, Der Club an der Alster, Elmshorner MTV, Harburger Turnerbund, Niendorfer TSV, SCALA, SV Eidelstedt, TSV Reinbek, VfL 93.

Fotos: TopSportVereine/PletzMedia
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