Alles neu am Furtweg

Schönes, pflegeleichtes Plastikgrün: Michael Görge (Jugendfußball), Jens Peters (Leiter der Fußball-Herrenabteilung) und Sven Latza (Jugendfußball). Foto: cvs

Zwei Kunstrasenplätze, neues Vereinsheim: SV Eidelstedt will
im Sommer das runderneuerte Sportgelände beziehen

Ch. v. Savigny, Eidelstedt

Nachdem Jürgen Zeyn, Chef der Zimmerleute, seine Rede gehalten („Du magst vor Feuer und Gefahren, Herrgott, diesen Bau bewahren“) und sich die obligatorischen zwei Deziliter Korn hinter die Binde gekippt hatte, wusste er erstmal nicht, wohin mit dem leeren Glas. Mangels Alternative zerschlug er es schließlich an einer Stange des Baugerüsts – und warf den Gästen die scharfkantigen Überbleibsel dann einfach vor die Füße.
Die nahmen es mit Humor – denn innerhalb des vergangenen Jahres wurde am Furtweg viel geschafft, sehr viel sogar. Schon seit Jahren wartet der Sportverein Eidelstedt (SVE) auf ein neues Vereinshaus und auf zwei Kunstrasenplätze. Nun konnte Richtfest gefeiert werden. Rund 3,5 Millionen Euro kostet die Rundumsanierung, wovon der Verein etwa eine Million bezahlt. Die Restsumme teilen sich die Stadt Hamburg, der Hamburger Sportbund und als Sponsor die Hamburger Sparkasse. Ein Teil der Kosten finanziert sich über den Bau von Wohnungen, für den der SVE einen Teil seiner Vereinsfläche hergegeben hat (siehe Extratext). Im Sommer soll die Anlage fertig sein. „Ein Meilenstein“, sagt Geschäftsführer Martin Hildebrandt. „Unser Verein hat dadurch die Chance bekommen, sich deutlich weiterzuentwickeln.“
Der Neubau verfügt über zwei Stockwerke und rund 1.150 Quadratmeter Nutzfläche: Ins Obergeschoss sollen der Wellnessbereich und das Fitnessstudio („Gesund-Aktiv-Zentrum“) einziehen. Im Erdgeschoss entstehen Kurs- und Büroräume, außerdem will dort eine Gaststätte ihren Betrieb aufnehmen. Der Keller schließlich ist mit Duschen und Umkleiden für die Fußballer des SVE reserviert. Bereits fertig sind die beiden Kunstrasenplätze, lediglich Fangzäune, Flutlicht und Materialräume fehlen noch.
Dank des Neubaus konnte der Verein auch an anderen Standorten Platz für Neues schaffen: So soll zum Beispiel die Muckibude am Redingskamp zu einem „Dojo“ (Kampfsport-Studio) umgebaut werden. Mit seinen rund 7.500 Mitgliedern zählt der SVE zu den zehn größten Sportvereinen Hamburgs. Der bisherige Mitnutzer des SVE, der SV Lohkamp Krupunder (100 Mitglieder), darf das Gelände am Furtweg auch nach dem Umbau weiterhin in Anspruch nehmen.

Hintergrund
Vor einigen Jahren galt die Sportanlage Furtweg als die schlechteste Spielstätte des Bezirks Eimsbüttels. Ein Platz war für Punktspiele gesperrt, einer gerade noch so zum Training bespielbar. Die Neubaupläne zogen sich lange hin: 2013 sprang ein Investor ab, mit dessen Geld aus dem Grundstückskauf für Wohnungsbau die Kunstrasensportplätze finanziert werden sollten. Es musste nochmal von vorn geplant werden. Nun bezahlt die Stadt den Großteil der Umbaukosten, auf einem Teil des Sportgeländes werden Wohnungen gebaut. CV

Wo Plätze saniert werden

Unter dem Stichwort „Sanierungsoffensive“ investiert die Stadt Hamburg seit 2009 in den Aus-, Um- und Neubau von öffentlichen Sportanlagen. Dafür werden etwa vier Millionen Euro im Jahr zur Verfügung gestellt, ab 2017 laut Planung sogar sechs Millionen. Das Programm soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Der Schwerpunkt liegt auf der Umwandlung von Grand- in Kunstrasenplätze. Vorteil: Diese sind auch bei schlechtem Wetter bespielbar – allerdings mit 500.000 Euro pro Stück auch recht teuer in der Anschaffung. Zudem halten sie bei intensiver Nutzung erfahrungsgemäß nicht länger als zehn Jahre.
Welche Plätze werden in Hamburg zurzeit saniert oder neu eingerichtet? Eine Auswahl:
E Der SV Lurup erhält am Vorhornweg ein neues Stadion. Eröffnung voraussichtlich im April.
E An der Vogt-Kölln-Straße in Stellingen entsteht im Laufe dieses Jahres ein neuer Kunstrasenplatz für den TSV Stellingen und SV West-Eimsbüttel. Auf dem ehemaligen Gelände am Sportplatzring sollen Wohnungen gebaut werden.
E Mit fünf Spielfeldern ist die neue Sportanlage an der Baurstraße schon jetzt eine der größten von ganz Hamburg. Zu den künftigen Nutzern gehören BSV 19, die Jugendabteilung von Altona 93 sowie Nikola Tesla. Der Bau wurde im Rahmen der A7-Überdeckelung möglich. CVS
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