Wohnungsbau: Wo passt noch was in Eidelstedt?

Viele neue Wohnungen müssen her, vor allem günstige: Doch größere Bauflächen sind auch in Eidelstedt rar. (Foto: cv)
 

Lokalpolitiker bringen Gewerbefläche am Hörgensweg ins Spiel

Carsten Vitt, Eidelstedt - Hier und da geht noch was, aber auch in Eidelstedt sind große Flächen für den Wohnungsbau eher rar. Da suchen Lokalpolitiker mitunter schon nach ungewöhnlichen Möglichkeiten – zum Beispiel auf Gewerbe-Arealen.
Eidelstedt gilt im Eimsbütteler Wohnungsbauprogramm (siehe Kasten) als äußerer Stadtteil. Während im dichtbebauten Kerngebiet hauptsächlich
Lückenschlüsse mit 20, 30, 40 neuen Wohneinheiten möglich sind, hat das alte Dorf an manchen Ecken noch ein bisschen mehr zu bieten. So rechnet der Bezirk zum Beispiel im Bereich Reichsbahnstraße / Kapitelbuschweg mit 85 bis 120 neuen Wohnungen. An der Kieler Straße / Ecke Elbgaustraße sind 66 Sozialwohnungen vorgesehen. Auf dem Sportplatz am Lüttwisch wird mit 90 bis 150 neuen Einheiten gerechnet.
Eine große, bisher noch nicht für Wohnungsbau vorgesehene Fläche ist das sogenannte Luserke-Gelände am Hörgensweg. Auf der Fläche eines ehemaligen Gartenbaubetriebs war ein Gewerbepark geplant, getan hat sich seit 20 Jahren nichts. Frank Döblitz (CDU) und Peter Schreiber (SPD) könnten sich dort Wohnungsbau vorstellen. „Auch die Nachbarn am Dallbregen hätten etwas davon, weil durch die Bebauung der Lärm von der Autobahn abgeschirmt wird“, so Schreiber.
Vom Zubauen der letzten freien Fleckchen im Stadtteil halten die Lokalpolitiker an sich aber wenig. „Es muss hier auch Grün- und Erholungsflächen geben“, so Schreiber. Für Döblitz zählen „nicht nur Masse, sondern auch Qualität“: So müssten Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kitas mitwachsen, wenn neue Wohnungen entstehen. Stefanie Könnecke (GAL) hält eine ausgewogene Mischung der Bewohner für wichtig: „Wir brauchen günstigen Wohnraum.“ Neue Großsiedlungen im Stil der 60er und 70er Jahre lehnt sie aber ab.
Sorgen über eine Schwemme günstiger Wohnungen muss man sich derzeit wohl kaum machen: Bis November 2012 wurden im Bezirk 1.118 Wohnungen genehmigt, darunter waren lediglich 65 Sozialwohnungen.


Wo gebaut werden soll - eine Auswahl
Der Bezirk Eimsbüttel hat sich gegenüber dem Senat verpflichtet, jährlich 700 Wohnungen zu genehmigen. Das hat für 2011 (972 Einheiten) und 2012 (1.118 Einheiten, Ende November) geklappt. Ein Großteil der Genehmigungen wird derzeit noch für die Stadtteile des Kerngebiets (Eimsbüttel, Hoheluft-West, Harvestehude, Rotherbaum) erteilt. Dies sind jedoch meist kleinere Wohnhäuser oder Anbauten. Die Möglichkeiten in diesen Vierteln sind schon bald ausgereizt. Ab 2015 soll der Schwerpunkt daher auf Stellingen und Schnelsen liegen.
Im Wohnungsbauprogramm des Bezirks sind detailliert mögliche Flächen aufgelistet – eine Auswahl für Eidelstedt:
- Kapitelbuschweg / Reichsbahnstraße: 85 bis 120 Wohnungen
- Hörgensweg / Dallbregen (Saga-Siedlung): 70 bis 90 Einheiten
- Eidelstedter Platz 22a: 20 bis 30 Wohnungen
- Reemstückenkamp (Parkpalette / Heizwerk): 15 bis 25 Wohnungen
- Furtweg / Lüttwisch (Sportplatz): 90 bis 150 Wohnungen
- Kieler Straße / Elbgaustraße: 60 bis 70 Einheiten
- Holsteiner Chaussee 32-34: 30 bis 45 Wohnungen
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