Wohnungen stehen leer und verfallen

Mieter Jean Kazanciyan und Bezirksabgeordnete Astrid Dahaba (Die Linke) im Furtweg 32-34: Insgesamt 28 Wohnungen von 96 stehen dort seit längerer Zeit leer, das Bezirksamt zählte 19 leer stehende Wohnungen. (Foto: rs)

Furtweg: Bezirk will Vermieter ansprechen – Zwangsgeld droht

von Reinhard Schwarz, Eidelstedt - Jean Kazanciyan ist empört: Immer mehr Wohnungen stehen im Furtweg 32-34 leer, während viele Menschen verzweifelt nach einer bezahlbaren Bleibe suchen. Doch nichts geschehe, sagt der 78-Jährige, der seit zweieinhalb Jahren dort wohnt. Nach seiner Zählung stehen von 96 Wohnungen 28 leer. Es handele sich vor allem um kleinere, günstige Wohnungen zwischen 35 und 50 Quadratmetern. „Vor zweieinhalb Jahren waren schon vier Wohnungen nicht mehr belegt, seitdem geht es immer so weiter“, schildert der Rentner die Entwicklung. Bei einem Haus ist von außen Schimmel sichtbar, ein anderes Haus hat Risse in einer Außenwand. Auch innen befänden sich die Wohnungen in einem schlechten Zustand, bemängelt der Eidelstedter. So sei sein Schlafzimmer nicht beheizbar, seitdem entwickele sich dort Schimmel, den er versuche, mit Mitteln aus dem Baumarkt zu bekämpfen.
Die Situation am Furtweg 32-34 hat mittlerweile die Politik auf den Plan gerufen. Bezirksabgeordnete Astrid Dahaba (Die Linke) hat den Leerstand beim Bezirksamt Eimsbüttel angezeigt. Dessen Sprecherin Aileen Röpcke sagt: „Unser Wohnraumschutz war zwischenzeitlich vor Ort und ist der Sache nachgegangen. Nach ersten Ermittlungen stehen 19 Wohnungen leer.“ Der Eigentümer werde angeschrieben und aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Darüber hinaus wird der Besitzer „gebeten, eine Begehung der Wohnungen zuzulassen“. Das weitere Verfahren hänge nun von der Stellungnahme des Eigentümers ab.
Doch wer ist eigentlich als Besitzer verantwortlich für die betreffenden Häuser? Als Vermieter steht im Mietvertrag die EVG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft für Geschäfts- und Freizeitzentren. Deren Geschäftsführer ist Wolfgang Peter Greve, der Sohn des Hamburger Immobilienunternehmers Helmut Greve.
Die EVG zeigt sich wenig kooperativ. „Wir sind nur die Verwaltung“, erklärt eine Dame kurz angebunden am Telefon. Doch wer ist nun der Eigentümer? „Darüber geben wir keine Auskunft. Alles klar?! Danke!“

Stichwort "Sanktionen":
Das Hamburger Wohnraumschutzgesetz soll verhindern, dass Wohnungen zweckentfremdet werden oder einfach leer stehen und verkommen. Die Bezirksämter können ein „Zwangsgeld“ in Höhe von höchstens 25.000 Euro gegen den Vermieter anordnen. Weiterhin kann eine Geldbuße in Höhe von bis zu 50.000 Euro verhängt werden.
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