Wohnquartier Hörgensweg: Stadt drückt ihre Pläne durch

Wohnungen müssen her (Symbolbild): In Eidelstedt wird das größte neue Quartier des Bezirks Eimsbüttel entstehen, größtenteils mit Sozialwohnungen. Kritik von Initiativen wird kaum berücksichtigt.
Hamburg: Hörgensweg |

Bis zu 800 Günstig-Wohnungen geplant, Zusagen gegenüber Bürgerinitiative fraglich

Die Stadt plant bis zu 800 Wohnungen am Hörgensweg. Es sieht so aus, als würden Zugeständnisse gegenüber einer Bürgerinitiative weiterhin nicht eingehalten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worum geht es?
Auf dem ehemaligen Süptitz-Gelände an der Autobahn 23 soll ein neues Wohnquartier mit Sozialwohnungen entstehen, davon viele für Flüchtlinge. Eine Bürgerinitiative in Eidelstedt ist gegen diese Planungen, da so ein Problemviertel nahe bereits bestehender Sozial-Siedlungen entstehen könnte. Im Sommer hat die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft einen Kompromiss ausgehandelt, um einen Bürgerentscheid gegen die Flüchtlingswohnungen abzuwenden. Für Eidelstedt ist in dem sogenannten Bürgervertrag vorgesehen, lediglich 350 Sozialwohnungen für 1.400 Flüchtlinge zu genehmigen. Es sollen aber nur 175 mit 600 bis 700 Menschen belegt werden. Die andere Hälfte soll Senioren und Azubis zur Verfügung stehen. Bis Ende 2019 soll die Zahl der Flüchtlingswohnungen auf 75 (300 Menschen) sinken.

Was ist das Problem?
Am Hörgensweg baut ein privater Investor – die Fewa/PGH. Bisher ist nach wie vor offen, ob sich dieser an die Zusagen hält. Die Stadt kann also ihren Kompromiss nicht garantieren, deswegen hat die Initiative Sozial gerechtes Eidelstedt bis heute den Bürgervertrag nicht unterschrieben. Kritik gibt es zudem an der Nähe des Wohngebiets zur lauten A 23 und an der dichten Bebauung mit mehreren siebengeschossigen Wohngebäuden. Gewichtigster Einwand der Initiative ist, dass in dem geplanten Quartier vor allem Menschen wohnen sollen, die viel Unterstützung bräuchten. Bessergestellte Bewohnerschichten seien dort nicht vorgesehen. Für Horst Klemeyer, Sprecher der Initiative, besteht daher die Gefahr eines „geschlossenen Armutsviertels“.

Und nun?
Das Bezirksamt arbeitet weiter an dem entsprechenden Bebauungsplanverfahren, so dass etwa ab Anfang 2018 gebaut werden könnte. Die Initiative berät weitere Schritte. Derzeit sieht es so aus, als könnte nur eine Klage die
jetzigen Pläne stoppen.

Diskussion
Der Eidelstedter Bürgerverein diskutiert am Freitag, 11. November, um 19 Uhr im Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12, über die Baupläne am Hörgensweg. Schwerpunkt sollen der Bürgervertrag und die Beteiligung der Eidelstedter sein. Mit dabei: Frank Döblitz (Vorsitzender Stadtplanungsausschuss), Horst Klemeyer (Bürgerinitiative), Hartmut Obens (Die Linke), Sören Ehrlich (CDU), Rüdiger Rust (SPD) und Philipp Engler (Grüne).
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