„Wir brauchen abends mehr Polizei!“

Die Bornerin Andrea Finkl sieht nicht nur Schönes in ihrem Stadtteil

Frauke Heiderhoff,
Osdorfer Born
Entgegen aller Klischees lebt Andrea Finkl gerne im Osdorfer Born. Sie genießt es, Schule, Freibad und Naturschutzgebiet direkt vor der Haustür zu haben. „Ich fühle mich hier sehr wohl und finde es wunderbar, am Helmuth-Schack-See spazieren zu gehen“, so die 43-jährige Mutter. Im Sommer geht sie häufig zum Grillen, Picknick oder besucht das nahegelegene Freibad.
Im Gegensatz zum Freibad-Eintritt ist der Besuch des Klick-Kindermuseums teurer geworden. „Früher konnte ich meine zwölfjährige Tochter dort häufig hinschicken“, so die Bornerin. Mit dem neuen Eintrittspreis sei dies nun nicht mehr möglich. Finkl: „Anstatt das Betreuungsgeld für Mütter zu zahlen, hätte man solche Bildungseinrichtungen für Kinder unterstützen und bezahlbar machen sollen.“
Andrea Finkl freut sich gleichzeitig, „attraktive Angebote“ des Eltern-Kind-Zentrums (EKiZ) wahrnehmen zu können. „Dort herrscht eine gemütliche und familiäre Atmosphäre, und die Frauen helfen sich gegenseitig.“ Sie schätzt besonders den wechselseitigen Austausch mit anderen Kulturen. Auch das EKiZ-Angebot mit Besuchen von Physiotherapeut, Zahnarzt sowie Ausflügen kann sich nach den Worten der ehemaligen Bezirksleiterin in der Kosmetikbranche „sehen lassen“.
Weniger positiv beurteilt die Hartz-IV-Empfängerin „einige Problemecken“ im Born: Diverse ältere Männer kiffen und trinken Alkohol auf dem Parkplatz und „haben meiner zwölfjährigen Tochter auch schon hinterhergepfiffen“. Sie könne ihre Tochter ab 19 Uhr im Wohnviertel nicht mehr „alleine herumlaufen lassen“. Vom Balkon aus hat sie Jugendliche beobachtet, die den Zaun der Grundschule Kroonhorst zerstörten. Regelmäßig würden dort auch Scheiben eingeschlagen. Doch die frühere Versicherungsfachfrau mag es nicht, dass „häufig alle Borner über einen Kamm geschert werden“.
Die Polizeipräsenz lässt nach Finkls Ansicht am Abend „zu wünschen übrig“. „Hier könnten viele Straftaten aufgeklärt werden, wenn die Beamten auf die Signale der Anwohner hören würden“, so Andrea Finkl. Viele Bekannte aus Deutschland möchten die 43-Jährige nicht besuchen. Sie haben „Angst davor, dass ihr Auto angezündet wird“.
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