Winterjacken und Helfer fehlen

Kürzlich angekommen am Hörgensweg: Farhan S. (36) aus Syrien und seine Kinder Ilaf und Hassan in der Kleiderkammer der Unterkunft. Elisabeth Heitsch (l.), Koordinatorin der Kleiderkammer, und Gül Matic, Koordinatorin der Kinderbetreuung, kümmern sich um die Familie. (Foto: rs)

Kleiderkammer am Hörgensweg: Wie Ehrenamtliche die Flüchtlinge im Eidelstedter Baumarkt unterstützen

Reinhard Schwarz, Eidelstedt

Elisabeth Heitsch blickt auf das Regal: Wo eigentlich warme Herrensachen in den kleinen Größen S und M liegen sollten, klafft eine erhebliche Lücke. „Wir haben nur noch wenige Winterjacken in den Größen S und M. Und wir müssen bis Ende des Jahres noch etwa 300 Leute zusätzlich versorgen.“
Elisabeth Heitsch ist Koordinatorin der Kleiderausgabe Hörgensweg. Hier bekommen die rund 800 Flüchtlinge, die im ehemaligen Praktiker-Baumarkt untergebracht sind, warme Kleidung – sofern vorhanden. „Es fehlen aktuell Pullover, T-Shirts und Winterjacken für Herren“, stellt die pensionierte Diplom-Ingenieurin nüchtern fest. Wöchentlich kommen etwa 80 bis 100 Flüchtlinge hinzu, dieselbe Anzahl wird wiederum in andere Unterkünfte verlegt. Das Kommen und Gehen erschwere die Kalkulation.
Die Kleiderausgabe ist in einem Anbau des Praktiker-Gebäudes untergebracht. Etwa 25 Ehrenamtliche helfen zu unterschiedlichen Zeiten. Das sei aber gerade das Problem, schildert Heitsch, die oft auf einen Zwölf-Stunden-Tag kommt: „Viele Helfer wollen sich zeitlich nicht festlegen.“ Zudem müssen die Freiwilligen bei fördern & wohnen (f & w), dem städtischen Träger der Unterkünfte, einen „Ehrenamts-Vertrag“ unterschreiben, damit sie versichert sind. Darüber hinaus verlangt f&w ein „erweitertes Führungszeugnis“. Diese Formalitäten würden viele Hilfsbereite abschrecken, so Heitsch.
Es klopft an der Tür. Eine syrische Flüchtlingsfamilie mit Kindern im Alter von acht und vier Jahren sowie einem neun Monate alten Baby braucht warme Kleidung. Eigentlich ist keine Ausgabezeit, doch Gül Matic, Koordinatorin der Kinderbetreuung und „Mädchen für alles“, wie sie sagt, kümmert sich. Viele Syrer sprechen etwas Englisch, zwei bis drei Asylsuchende unterstützen als Dolmetscher.
Kürzlich lud die Elisabeth-Kirche zu einem Treffen in ihr Gemeindehaus ein. „Wir waren von 60 Gästen ausgegangen, es kamen aber mehr als 90 Flüchtlinge. Ehrenamtliche haben für die Flüchtlinge gekocht“, schildert Diakon Uwe Loose, der die kirchliche Kleiderannahme am Dallbregen 1 betreut. Die Spenden erreichen die Hilfsbedürftigen: „Was wir am Dallbregen annehmen, kommt zu 100 Prozent in die Kleiderkammer Hörgensweg.“

Helfen – aber wie?
Wer Kleidung für Flüchtlinge abgeben möchte, kann die Sachen mittwochs von 15 bis 17 Uhr und sonnabends von 11 bis 13 Uhr am Dallbregen 1 abgeben. Wer ehrenamtlich die Arbeit der Helfer unterstützen möchte, wendet sich unter 570 02 68 14 an Diakon Uwe Loose oder schickt eine E-Mail an: kkeidelstedt@gmail.com

❱❱ www.willkommen-eidelstedt.de
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