Willkommen im Ekeltunnel!

Tauben verbreiten Krankheiten – umso schlimmer, wenn ihre Kadaver einfach liegenbleiben.

Taubenkot und tote Tiere: Für die Unterführung am S-Bahnhof Elbgaustraße fühlt sich niemand zuständig.

Von Christopher von Savigny.
Es stinkt nach Taubendreck und Verwesung im Tunnel an der S-Bahn-Station Elbgaustraße: Neben Kolonnen von Autos, die sich durch das Eidelstedter Nadelöhr zwängen, laufen Fußgänger über kotbedeckte Bürgersteige. Hier und da liegt ein toter Vogel im Weg.
Die Unterführung am S-Bahnhof Elbgaustraße ist ein Schandfleck – und das bereits seit Jahrzehnten. Hauptursache sind brütende Tauben. „Als Fußgänger läuft man Gefahr, in einen wahren Kotregen zu geraten“, sagt Frank Döblitz. Der CDU-Bezirksabgeordnete setzt sich schon seit Jahren vehement für eine Verbesserung der Situation ein – bislang ohne Erfolg, weil keiner die Verantwortung übernehmen möchte. „Eine Posse“, sagt Döblitz über den Behördenhickhack.
Dabei ist die Sachlage gar nicht so schwierig: Die Bahn ist für den Brückenbau selbst verantwortlich, Bezirk und Stadtreinigung für alle Flächen, die sich darunter befinden. Reinhard Fiedler, Sprecher der Stadtreinigung, ist nicht gut auf die Bahn zu sprechen: „Wir reinigen stark frequentierte Bürgersteige unter Brücken bei Bedarf auch von Taubendreck. Allerdings wäre es sinnvoller, die Ursache der Verschmutzung zu bekämpfen. Wenn die Bahn Netze gegen Tauben anbrächte, wie zum Beispiel im Altonaer Lessingtunnel geschehen, würde das eine ständige Neuverschmutzung durch Taubenkot verhindern.“ Nach eigener Auskunft hat die Hamburger S-Bahn die Idee mit den Netzen bereits ausprobiert. „Allerdings wurden sie immer wieder mutwillig zerstört“, berichtet S-Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Daher denke man derzeit nicht über weitere Maßnahmen nach.
Aileen Röpcke, Sprecherin des Bezirksamts Eimsbüttel: „Eine Reinigung wird unsererseits nur dann veranlasst, wenn die Verunreinigung eine Gefahrenstelle für den passierenden Verkehr darstellt. Dies ist bei Vogelkot grundsätzlich nicht der Fall.“

Taubenabwehr
Tipps zur Taubenabwehr, auch „Taubenvergrämung“ genannt, finden sich übrigens reihenweise im Internet: Die einen schwören auf Spikes, Netze oder Spanndrähte, während andere rotierende Spiegel, Laserstrahler, Knallgeräte oder Ultraschall-Lautsprecher bevorzugen. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich ein Vogelabwehr-Gel, dessen Dünste von Tauben als Feuergeruch wahrgenommen werden. Die Behälter mit dem Gel müssen allerdings regelmäßig erneuert werden.
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