Wie kommt man hier weg?

Wer im Osdorfer Born zu Besuch ist und hier nicht übernachten möchte, muss sich beeilen: Der letzte Bus der Linie 21 fährt um 22.01 Uhr vor dem Born Center ab. (Foto: pr)

Osdorfer Born: Es gibt tagsüber nur drei Buslinien - eine davon kostet auch noch Zuschlag

Osdorfer Born - Im Osdorfer Born leben an die 15.300 Menschen. Doch in die Innenstadt kommen sie schlecht. Eine U- oder S-Bahn gibt es nicht. Zu weit weg vom bestehenden U-Bahnnetz. Nur die Buslinien 3, 21 und 37 sowie den Nachtbus 602 halten an der Haltstelle Achtern Born (Kindermuseum). Die Busse sind tagsüber ständig überfüllt, fahren schon ab 18 Uhr nur noch selten, und wenns schnell gehen soll, wird auch noch ein Zuschlag fällig.
„Mein Sohn ist Koch und arbeitet oft bis 1 Uhr morgens. Nach der Arbeit schafft er es nicht, mit Bus und Bahn vom Dammtor wieder nach Hause zu kommen. Wenn überhaupt, ist er bis zu zwei Stunden unterwegs. Wie oft haben ich ihn schon irgendwo abholen müssen!“, so ein genervter Vater. „Die Fahrt von Dammtor nach Immenbusch dauert mit den Nachtbussen 603 und 602 mit Umsteigen am Gänsemarkt genau 48 Minuten“, entgegnet Gisela Becker, Pressesprecherin des HVV.
Wer zu Besuch im Osdorfer Born ist und dort nicht übernachten möchte, muss sich abends sputen: Der letzte Bus der Linie 3 fährt um 22.01 Uhr vor dem Born Center ab. „Die Busse der Linie 21 fahren bis etwa 23 Uhr alle zehn Minuten“, wendet Becker ein.
Aber in der Linie 21 steht man besonders zu den Hauptverkehrszeiten dicht aneinandergedrängt. Wer auf den Bus der Linie 37 ausweichen will, muss pro Fahrt 1,80 Euro zum regulären Preis zuzahlen. „Muss das sein?“, fragt eine Anwohnerin. „Ich nehme diesen Bus nie, denn das ist mir zu teuer.“ Gisela Becker hält dagegen: „Der Schnellbus ist ein Komfortangebot. Man erreicht die Innenstadt ohne umsteigen zu müssen.“
Jetzt wird Oberflächenkosmetik betrieben: Es werden zwar nicht mehr Busse eingesetzt, aber über die „Grüne Welle“ in der Ampelschaltung sollen die Busse wenigstens schneller ans Ziel kommen. So sieht es das „Busbeschleunigungsprogramm“ der Stadt vor. Es soll ab dem nächsten Jahr hier umgesetzt werden - in welchem Umfang die Wünsche der Anwohner berücksichtigt werden, bleibt jedoch offen.

Öffentliche Sitzung
Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Altona
Stand der Planungen zur Busbeschleunigung
Montag, 18. Februar, 18 Uhr Technisches Rathaus Altona Jessenstraße 1
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1 Kommentar
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Karsten Strasser aus Altona | 13.02.2013 | 09:10  
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