Wie Ganztagsschule besser wird

Ganztagsschule soll besser werden – dafür arbeiten in Eidelstedt Lehrer und Erzieher eng in einer Unterrichtsstunde zusammen. (Foto: pr)

An der Schule Lohkampstraße arbeiten Lehrer und Erzieher eng zusammen – dank eines Pilotprojekts

Vormittags haben die Lehrer das Sagen, nachmittags übernehmen Erzieher und Betreuer. So läuft es an vielen Schulen nach dem GBS-Modell (Ganztägige Bildung und Betreuung). Aber es läuft auch einiges schief. In Eidelstedt wird an Verbesserungen gearbeitet. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worum geht es?

In der Schule Lohkampstraße arbeiten bereits seit zwei Schuljahren Lehrer und Erzieher eng zusammen, um einen guten Übergang zwischen Vormittags- und Nachmittagsbereich hinzubekommen. Möglich ist das durch das Projekt „Wir gehen aufs Ganze!“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbands (siehe Kasten). Die letzte Unterrichtsstunde – also die Zeit zwischen 12 und 13 Uhr – gestalten Pädagogen des Vormittags und Nachmittags gemeinsam.

Was ist der Vorteil?
Lehrer und Erzieher tauschen sich aus und lernen voneinander. Und es gibt keinen starken Bruch, weil in Schule und Nachmittagsbetreuung komplett unterschiedliche Dinge gemacht werden. „Der Unterricht hat in vielen Fällen eine neue Form angenommen. Neue Projekte und Lernformen wurden angeschoben, die Kinder erleben an diesen Schulen zwei Professionen – Lehrer und Erzieher –, die an einem Strang ziehen und eng zusammenarbeiten“, sagt
Martin Peters, Bildungsreferent beim Paritätischen Hamburg.

Können Lehrer und Erzieher sonst nicht zusammenarbeiten?

Kaum, dafür sind im GBS-Modell nicht ausreichend Personalstunden vorgesehen. „Die finanzielle Ausstattung reicht bisher nicht, um richtig guten Ganztag anbieten zu können. Das geht bei unserem Projekt ,Wir gehen aufs Ganze!’ auch nur, weil die Schulen und vor allen die Jugendhilfeträger eigene finanzielle Mittel dafür umwidmen oder extra bereitstellen“, so Peters. Verbesserungen gibt es aber schrittweise: Ab 2017 stellt die Stadt den Nachmittagsanbietern zehn Prozent mehr Geld für Personal, zwei Jahre später 17,5 Prozent mehr zur Verfügung. Das ist ein Ergebnis aus Verhandlungen über die Volksinitiative „Guter Ganztag“.

Was ist GBS?
Die Ganztägige Bildung und Betreuung (GBS), auch offene Ganztagsschule genannt, ersetzte in den vergangenen Jahren die außerschulischen Hortangebote. Das Konzept: Bis 13 Uhr ist wie bisher Unterricht, dann schließen sich Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsangebote wie Sport, Musik- oder
Kreativkurse an. Kritik gab es immer wieder, weil von der Schulbehörde keine Personalstunden vorgesehen waren, um wichtige Kooperationen zwischen Vor- und Nachmittagsbereich zu
gewährleisten. Das will das Projekt „Wir gehen aufs Ganze“
verbessern. Hamburgweit nehmen daran bisher sechs Schulen teil, im September kommen neun weitere hinzu.
An der Lohkampstraße ist der SV Eidelstedt Partner für den
Nachmittagsbereich. Angestellt sind zehn Erzieher, an der GBS nehmen 182 Schüler (von 213) teil.
❱❱ www.wir-gehen-aufs-ganze.de
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