Wie alle Kinder zusammen lernen

Jahrgangsübergreifend lernen: Alisa, zweite Klasse (v.l.), Maria (Vorschule) und Yusuf (erste Klasse) gehören zur „Wolfsklasse“, in der Erzieher Frank Warnken mit unterrichtet.

Vorbildliches Konzept: Vor zehn Jahren wurde das Bildungshaus Lurup gegründet

Maren Langenbach, Lurup

Kinder sind verschieden. Sie bringen unterschiedliche Begabungen mit, manche sind leistungsstark, andere brauchen noch Unterstützung. Am Lüdersring in Lurup ist diese Spanne besonders sichtbar. Wie gelingt es, allen Jungen und Mädchen einen gleich guten Start in Kita und Schule bieten?
„Wir tun uns zusammen und entwickeln ein gemeinsames Konzept“, sagten sich Annette Berg, Leiterin der Grundschule Langbargheide, und Ulrike Kloiber, Leiterin der Kita Moorwisch, deren Träger die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist. Die beiden Pädagoginnen, deren Einrichtungen sich gegenüber liegen, gründeten das „Bildungshaus Lurup“, bestehend aus Kita und Schule, Eltern-Kind-Zentrum, Therapieräumen und Beratungsstelle.
Die Idee: Die Vielfalt der Kinder als Chance und Bereicherung sehen und jedes individuell zu fördern. Ihr Konzept: Jahrgangsübergreifende Klassen, in der die Vorschüler mit den Erst- und Zweitklässlern unterrichtet werden, sowie die Dritt- mit den Viertklässlern gemeinsam, und ein inklusives Betreuungs- und Unterrichtsangebot in Kita und Schule. Dazu ein Team aus Erziehern, Lehrern, Sozialpädagogen, Sozialarbeitern, Therapeuten und einer Psychologin, das sich nicht nur fortwährend austauscht, sondern auch bei Bedarf vor Ort die Kinder therapiert oder psychologisch betreut.
Das ist nun ein Jahrzehnt her. Die ersten Kinder haben die Kita- und Grundschulzeit erfolgreich beendet. „Unser Wunsch war es, die Kinder und ihre Familien als Ganzes sehen zu können, mit einer Einrichtung, die ein Ort und eine Anlaufstelle für Kinder, Eltern und auch Großeltern geworden ist“, weiß Ulrike Kloiber. „Bei uns muss sich nicht das Kind anpassen, sondern wir passen uns seinen individuellen Bedürfnissen an.“
Mittlerweile werden in der Einrichtung 450 Kinder betreut, vom acht Wochen alten Baby bis hin zum Viertklässler. „Wir sind hier zu einer großen Familie zusammengewachsen, in der jeder von jedem lernt, die größeren Schüler den kleineren helfen und ihr Wissen dadurch festigen“, weiß Annette Berg.

Preisgekrönt
Die Idee der beiden Pädagoginnen ist nicht nur aufgegangen, sondern auch preisgekrönt: 2012 etwa erhielten sie den Karl Kübel-Preis, der an Einrichtungen geht, die sich mit dem Thema „Familie und Kind“ auseinandersetzen. Die damalige Jury entschied sich für das Bildungshaus Lurup, da sie vom Konzept der kontinuierlichen Begleitung und Bildung in jahrgangsgemischten Gruppen begeistert war.
ML
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