Werden so Raser gestoppt?

Verkehrsberuhigung nach Eidelstedter Art? Im Redingskamp haben Unbekannte einen Zebrastreifen und ein Tempo 30-Symbol auf die Straße gemalt. Bezirksamt und Polizei warnen: Das nützt nichts – und das ist nicht erlaubt. Anzeige! (Foto: pr)
Hamburg: Redingskamp |

Redingskamp: Unbekannte pinseln unerlaubt einen Zebrastreifen auf die Straße – Bezirksamt schreitet ein

Bürger pinseln eigenmächtig einen Zebrastreifen auf die Straße – das Bezirksamt erstattet Anzeige. Am Redingskamp in Eidelstedt gibt es offenbar höchst unterschiedliche Methoden, Raser auszubremsen – das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was war da los?
Im Redingskamp haben Unbekannte mit Lack einen Zebrastreifen und ein Warnsymbol (Piktogramm) auf die Straße gepinselt. Ist allerdings nicht erlaubt, das darf nur auf Anordnung der Polizei geschehen – das Bezirksamt ließ die Pinseleien entfernen und erstattete Anzeige.

Was ist das Problem daran?
Rechtlich ist das ein unerlaubter Eingriff in den Straßenverkehr, also eine Straftat – und der provisorische Zebrastreifen wird womöglich kaum Autofahrer zum Anhalten zwingen.

Was ist der Hintergrund der Pinselei?
Es gibt im Redingskamp schon länger Probleme mit Rasern und rücksichtslosen Autofahrern. An einer Ecke überqueren viele Kinder die Straße auf ihrem Weg zur Schule Lohkampstraße – genau dort war der provisorische Zebrastreifen. Es kommt an dieser Ecke immer wieder zu gefährlichen Situationen, heißt es aus dem Umfeld der Schule. Die Straße ist zwar eine Tempo 30-Zone, aber laut Anwohnern halten sich viele Fahrer nicht daran. Die Wohnstraße werde auch zunehmend als Ausweichstrecke für die vielen Baustellen genutzt, mitunter weichen Autos einfach auf den Gehweg aus.

Wie bewertet das die Polizei?
Gelassen. „Es gab keine kritischen Situationen, auch keinen Unfall mit Fußgängern“, sagt Wilfried Wulff vom Polizeikommissariat 27. Insgesamt sei die Verkehrslage im Redingskamp entspannt. Er könne verstehen, dass Anwohner Verkehr aus ihrer Straße raushaben wollen, „aber das lässt sich nicht realisieren“, so der Fachmann. Die örtliche Polizei war sogar für ein Tempo-30-Piktogramm auf der Straße – aber die Innenbehörde lehnte das ab.

Was kann man tun?
Für Wulff bleibt vorerst ein Appell. Kindern sollte eingeschärft werden, dass sie immer Blickkontakt mit Autofahrern halten, wenn sie eine Straße überqueren. „An die Autofahrer: Bitte immer Rücksicht nehmen auf Kinder!“

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Selbst einen Zebrastreifen pinseln – geht das zu weit? Oder halten Sie das für eine angemessene Protestform? Wie können Raser im Redingskamp ausgebremst werden?
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