Wer hat im Bürgerhaus Lurup die Hosen an?

Andrea Faber, Vorsitzende des Trägervereins Böv 38, mahnt zur Eile, um die Finanzierung des Stadtteilkulturzentrums Lurup zu sichern. (Foto: rs)

Streit um Trägerschaft für das Stadtteilhaus Böverstland

Reinhard Schwarz, Lurup
Ewige Unsicherheit: Seit Jahren wird im Luruper Stadtteilkulturzentrum am Böverstland 38 mit vergleichsweise wenig Geld eine breit gefächertes Angebot für den Stadtteil auf die Beine gestellt. Doch nun gibt es neue Sorgen. Der bisherige Trägerverein Böv 38 will die Verantwortung abgeben, da den Verantwortlichen die Zahl der Aufgaben über den Kopf wächst. Stattdessen soll das Lichtwark-Forum, ein Zusammenschluss rund um das Luruper Forum, übernehmen. Doch im Bezirksamt gibt es Überlegungen, die Trägerschaft aus rechtlichen Gründen überregional auszuschreiben. Macht also demnächst ein Verein, der mit Lurup bisher gar nichts am Hut hatte, Stadtteilkultur vor Ort?
Diese Möglichkeit erzürnt die Aktiven, die das Stadtteilhaus mit langjähriger Aufbauarbeit zu dem gemacht haben, was es heute ist. Ihre unbezahlte Arbeit werde nicht entsprechend honoriert, murrten Ehrenamtliche kürzlich beim Stadtteiltreff „Luruper Forum“. Doch noch ist angeblich nichts in trockenen Tüchern. Man müsse vor einer Entscheidung erst die entsprechenden Vorgaben der Landeshaushaltsverordnung prüfen, ob eine Ausschreibung überhaupt nötig sei, erklärt Sprecher Martin Röhl: „Die Prüfung dazu ist aber noch nicht so weit abgeschlossen, dass hier schon eine definitive Aussage zu getroffen werden kann.“ Im Klartext: Alles offen.
Derweil drängen die Verantwortlichen in Lurup auf eine baldige Entscheidung des Bezirksamts, zumal die Finanzierung für 2016 noch nicht gesichert sei. Die Zeit laufe ihnen davon, gab Andrea Faber, Vorsitzende des Böv 38, zu bedenken: „Eine Ausschreibung ist aus unserer Sicht überflüssig. Grundsätzlich müssen wir die auch nicht fürchten, ich sehe nur die Gefahr, dass sich das Verfahren zu lange hinzieht.“

Finanzierung

Jedes Jahr wird aufs Neue um die wackelige Finanzierung
der Kulturarbeit im Stadtteilhaus Lurup gerungen. Auch für 2015 gibt es eine Mischfinanzierung: hier ein Betrag aus dem Topf, dort eine größere Summe aus jenem Topf. So kommen aktuell 38.000 Euro aus dem Haushalt der Kulturbehörde, diese überweist den Betrag ans Bezirksamt Altona. Weitere 50.000 Euro stammen aus einem Quartiersfonds und 54.000 Euro hat die Politik im Bezirk bewilligt. Macht zusammen 142.000 Euro. Das klingt viel, doch andere Einrichtungen im Bezirk erhalten wesentlich mehr – lautet die Kritik –, und vor allem können die das Geld in der Regel fest einplanen.
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