Wenn Nadeln um die Wette klappern

Die Damen vom Strickklub Osdorf – hier Maria Meier-Hjertqvist (v.l.), Doris Behr und Christiane Fühner-Rohmahr – werkeln oft gemeinsam für den guten Zweck, zum Beispiel für Flüchtlinge. (Foto: is)

Osdorfer Strickklub trifft sich in der Bücherhalle

Von Imke Staats

Stricken verbindet – Nachbarn, Generationen und verschiedene Kulturen. Im Einkaufszentrum des Osdorfer Borns, dem Born-Center, trifft sich regelmäßig der Strickklub Osdorf zum Handarbeiten und Klönen. Seit fünf Jahren nehmen die Damen jeden Donnerstag zwischen 9 und 11 Uhr die Nadeln zur Hand, in der Bücherhalle direkt neben den Anleitungsbüchern fürs Textile Werken. Material, Kaffee, Tee und Kekse für die Gemütlichkeit spendiert die Wohnungsgesellschaft SAGA GWG.
Auf dem Tisch liegen kleine bunte gehäkelte Quadrate, alle in unterschiedlichen Farben und Mustern. „Für eine Patchworkdecke“, erklärt Maria Meier-Hjertqvist, die die Gruppe koordiniert. So tragen alle ohne viel Aufwand zu einem gemeinsamen Projekt bei.
Meistens kommen um die acht bis zehn Damen, im Winter auch mal 15. Wenn einer ein schwieriges Zopfmuster nicht gelingen will, sucht die ganze Gruppe nach einer Lösung. Gestrickt wird dann, was gerade ansteht: Oft sind es Produktionen für wohltätige Zwecke. So wurden kürzlich Schals für Flüchtlinge gestrickt. Oder Auftragsarbeiten für besondere Ansprüche, wie zum Beispiel weiche Decken für Senioren im Böttcherkamp. Es gab auch schon eine Kooperation mit dem Klick-Kindermuseum ganz in der Nähe.
Die Damen mit den Stricknadeln kommen fast alle aus der unmittelbaren Umgebung, aus Osdorf, Lurup, Schnelsen oder Flottbek. Auch Migrantinnen sind oft dabei. „So lernt man eine Menge über die verschiedenen Strickstile und Handhaltungen in der Welt. Da sind völlig verrückte Sachen dabei“, erzählen die Frauen begeistert.
Derzeit ist Stricken offenbar auch bei Jüngeren wieder „in“. In der letzten Zeit kamen viele junge Mütter, gelegentlich mit dem Nachwuchs. Den harten Kern stellen aber Damen zwischen 40 und 80, die schon lange stricken oder häkeln. Was sie besonders schätzen: Beim Stricken entwickeln sich „zweck-freie“ Bekanntschaften. Und man kümmert sich umeinander: Wenn eine länger fehlt, fragt man nach, ob alles in Ordnung ist.
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