Vom Tannenbaum zum Einsatz

Sie sind bereit, auch Heiligabend die Nikolausmütze gegen den Feuerwehrhelm zu tauschen: Hauptbrandmeister Martin Klette, Sven Schrage, Eidelstedts Wehrführer-Vertreter, und Brandmeister Martin Gudat (v. l.) Foto: da
Hamburg: Freiwillige Feuerwehr Eidelstedt |

Eidelstedts Freiwillige Feuerwehr: auch an den Festtagen für den Notfall gewappnet

Heiligabend: „Oh du fröhliche“ ist gerade erklungen, die Familie sitzt um den geschmückten Tannenbaum, öffnet die Geschenke – da ertönt der Pieper: Alarm. Es brennt in Eidelstedt. In solch einem Moment gilt es für Feuerwehrleute: schnell Abschied nehmen und zur Feuerwache an den Furtweg eilen. Menschen oder zumindest Gebäude sind Gefahr. Doch auch die Retter könnten beim Helfen in Lebensgefahr geraten. Haben die Blauröcke ein mulmiges Gefühl vor Heiligabend? Schließlich brennen dann besonders viele Kerzen – und manchmal auch ein Haus. Das Wochenblatt hat sich umgehört.
„Heiligabend wäre ich fast durch das Dach gefallen“, erinnert sich Martin Klette an einen der spektakulärsten Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Eidelstedt. Mitte der 90er Jahre brannte es in der Lohkampstraße. Den Rettern gelang es zunächst, das Feuer im Dachstuhl zu löschen. Doch durch den Brand war das Dach derart beschädigt, dass Martin Klette in den Dachstuhl einbrach. „Die Ziegel gaben nach“, erinnert sich der 44-Jährige. Die Kameraden befreiten ihn.
Trotz solcher Gefahren blicken Hauptbrandmeister Klette und seine Kameraden entspannt auf Heiligabend. „Wenn es Weihnachten brennt, dann ist es eben so – dann geht es los“, sagt Sven Schrage, Eidelstedts Wehrführer-Vertreter. Allerdings weiß der 41-Jährige: Nach den Feiertagen ist die Brandgefahr am größten. So mancher Baum trocknet aus, und durch unachtsames Verhalten – beispielsweise unbeaufsichtigt brennende Kerzen ­– steigt die Brandgefahr. Sven Schrage: „Schon Tage vor Silves- ter zünden einige Jugendliche Böller in Containern an, die voller Papier sind: Da kann es schnell brennen.“
Unabhängig davon, wie oft die Blauröcke ausrücken müssen ­– allein Silvester 2007 waren es 26 Einsätze –­ so sind Eidelstedts 35 aktive Feuerwehrleute weiterhin bereit, auch an hohen Feiertagen für die Allgemeinheit ihre Freizeit zu opfern. Oder gar dafür ihr Leben einzusetzen. „Die Menschen, denen wir helfen, sind sehr dankbar“, weiß Brandmeister Martin Gudat. Er ermutigt Unter-45-Jährige, unverbindlich reinzuschauen: „Man kann bei der Freiwilligen Feuerwehr Gutes tun und hat viel Spaß – auch wenn man erst später wieder nach Hause kommt und das Festessen bereits kalt ist.“

Feuerwehrtipps gegen Tannenbaumbrand
Tannenbäume sollte nicht mit Haarspray eingesprüht werden, damit sie „grüner“ leuchten. „Dann entzünden sich Bäume leichter“, sagt Vize-Wehrführer Sven Schrage. Zudem sollten Haushalte immer einen Eimer mit Wasser griffbereit deponieren –„und zwar nicht hinter dem Weihnachtsbaum, sodass man im Bedarfsfall nicht an ihn rankommt“, warnt Hauptbrand-meister Martin Klette. Auch Löschdecken können im Brandfall helfen. Und: „Bei Feuerlöschern sollte man auf das Verfallsdatum achten“, so Brandmeister Martin Gudat. Zudem empfiehlt der 26-Jährige, am Tannenbaum statt Wachskerzen elektrische Kerzen zu verwenden. DA
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