Vom Diakon zum Zirkusdirektor

Zirkusdirektor mit Zirkuslehrer: Abrax Kadabrax-Chef Andreas Schmiedel (l.) mit Dennis von Salis. Foto: rs

Osdorfer Born: Andreas Schmiedel ist der Kopf von Abrax Kadabrax

Von Reinhard Schwarz. Manege frei für den Zirkus Abrax Kadabrax! Seit 2010 residiert der Zirkus am Osdorfer Born, auf dem Gelände des 2013 eingeweihten Bürgerhauses. Zirkusdirektor ist Andreas Schmiedel. Zusammen mit zahlreichen Mitarbeitern organisiert er Projekte für Kinder vom Osdorfer Born und aus Lurup. Hier erfahren Mädchen und Jungen, die in der Schule oft Misserfolge erleben, dass sie doch etwas können und so neuen Mut gewinnen.
„Die Kinder begreifen, dass sie ein wichtiger Teil der Aufführung sind“, erläutert der in Berlin geborene und aufgewachsene 52-Jährige. Zwang gibt es nicht. „Es gibt Situationen, wo Kinder sagen, das möchte ich nicht machen: Dann können wir ihnen mindestens noch fünf
andere Aufgaben anbieten.“ Wer nicht in der Manege stehen möchte, findet seinen Platz vielleicht in der Technik oder beim Kulissenbau. Schmiedel: „Wenn die Kinder Zirkus machen müssen, ist das der kreative Tod.“
Schmiedel selbst kam über Umwege zum Zirkus. „Das war kein Jugendtraum von mir. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal Zirkusdirektor werden würde“, erinnert er sich.
1992 fand der Sozialpädagoge eine Stelle als Diakon bei der Ansgarkirche (heute: Tabita-Kirchengemeinde) in Othmarschen-Ottensen. 1996 baute er in der dortigen Jugendkirche die erste Zirkusgruppe auf. „Ich war total begeistert“, sagt er. Danach ging es Schlag auf Schlag. 1998 gründete Schmiedel zusammen mit dem Artisten Björn de Vil den Zirkus Abrax Kadabrax. Im Jahr 2000 feierte das erste Programm „Pepitas Welt“ Premiere.
Seit diesem Jahr arbeitet Andreas Schmiedel als freiberuflicher Theaterpädagoge, denn die Kirche musste seine Stelle einsparen. Auch Zirkusdirektoren haben klein angefangen. Von 2000 bis 2003 absolvierte er eine Ausbildung zum Theater- und Zirkuspädagogen. 2005 gelingt es, das jetzige Viermastzelt zu kaufen. Zu Schmiedels Aufgaben gehört es auch, Gelder zu aquirieren. Doch wo wohnt eigentlich ein Zirkusdirektor? Die Antwort: standesgemäß - in einem Zirkuswagen. Adresse: Im Elbecamp bei Rissen.
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