Völkerverständigung im Kleinen

Die Schüler aus dem spanischen „Colegio La Devesa“ und von der Stadtteilschule Eidelstedt lernen durch den Austausch nicht nur jeweils eine andere Sprache besser kennen, sondern haben auch gemeinsam viel Spaß. Die Lehrerinnen Anna Dominguez und Ampara Pérez aus Carlet sowie Verena Kottmann (v. l.), Abteilungsleiterin Spanisch an der Stadtteilschule Eidelstedt, wissen diesen kulturellen Gewinn zu schätzen. Foto: da
Hamburg: Stadtteilschule Eidelstedt |

13 spanische Austauschschüler aus Carlet nahe Valencia in der Stadtteilschule Eidelstedt

René Dan, Eidelstedt
Von Orangen-Plantagen zu deutschen Eichen: 13 Schüler aus der spanischen Kleinstadt Carlet bei Valencia haben für knapp zehn Tage Hamburg besucht und in Eidelstedt gelebt. Die 14- bis 16-Jährigen kamen im Rahmen eines Schüleraustausches, der seit fünf Jahren zwischen ihrem „Colegio La Devesa“ und der Stadtteilschule Eidelstedt besteht. Besucher und Besuchte waren vom Aufeinadertreffen der Kulturen ganz angetan.
Mar (16) spricht gerne Deutsch, auch wenn sie nach Vokabeln suchen muss. Für sie ist klar: Der Schüleraustausch „ist eine tolle Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen“. Jessica, auch sie kommt aus dem für seine Orangen bekannten Carlet, ergänzt: Die spanischen und deutschen Schüler „sind zwar verschieden, aber in vielem auch gleich“. Die 16-Jährige spricht mit dem Journalisten lieber in ihrer Muttersprache, schließlich kann Deutsch-Lehrerin Anna Dominguez fließend übersetzen: Man besuche gerne die Schule, gehe gerne aus oder shoppen, nennt Jessica als Gemeinsamkeiten.
Tatsächlich sind Sightseeing-Touren fester Bestandteil des Schüleraustausches, so besuchten die Spanier unter anderem Hamburgs City sowie die St. Pauli Landungsbrücken. Eidelstedt gefällt den Schülern ebenfalls: „Es ist hier so schön grün und ruhig.“ Allerdings wundert sich Germán (14), dass „hier so viele Fahrrad fahren“ – in seiner ostspanischen Stadt wird meist der Schulbus benutzt.
Unterschiede bestehen auch in der Esskultur: „Wir essen fünf mal am Tag“, sagt die schlanke Jessica. Und Mete, Schüler an der Lohkampstraße, erinnert sich an seinen Besuch vom Februar in Carlet: „Meine Gasteltern fragten mich, ob es mir nicht schmeckt.“ Die Tapas, Tortillas und Paellas waren lecker – „aber ich bin es nicht gewohnt, so viel zu essen“, erklärt der 14-Jährige.
Den großen Zusammenhalt können solche Kulturunterschiede nicht beeinträchtigen. Auch Sprachschwierigkeiten überwinden die Kids. So haben Anna Dominguez und Spanisch-Lehrerin Verena Kottmann beobachtet: „Die Schüler verständigen sich auf Deutsch, Englisch, Spanisch und mit Gestikulieren – teilweise kommt das alles in einem Satz vor.“ Der Besuch, so Verena Kottmann, „ist Völkerverständigung im Kleinen“.
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