„Visionen“ – aber kein Geld für die Umsetzung

Neues Antlitz für das Bürgerhaus: Mit dem 1. Preis würdigte eine Jury diesen Entwurf zweier Architekturstudenten der Hafencity Universität (HCU). Entwurf: Matthias Dexheimer, Mathis Grahl

30 Architekturstudenten entwarfen 15 Pläne für eine Umgestaltung des Eidelstedter Bürgerhauses

Von Reinhard Schwarz.
Frische Konturen für einen klobigen Bau: 30 Architekturstudenten und sechs Stadtplaner der HafenCity Universität (HCU) haben Entwürfe für das Eidelstedter Bürgerhaus vorgelegt. Die Arbeiten sind eine Art Ideensammlung – was da-raus wird, ist derzeit unklar. Das Rennen machte ein Entwurf von Matthias Dexheimer und Mathis Grahl, die ihr Objekt einfach nur „E4“ nannten. Andere bezeichneten ihre Pläne als „Civic Center Eidelstedt“ (2. Preis), als „Bürgerhaus Enlight“ (3. Preis) oder einfach nur „Neue Mitte Eidelstedt“.
Schon seit Längerem sind viele Mitarbeiter des Bürgerhauses unzufrieden mit der Situation der Einrichtung. Denn die alte Dorfschule im Zentrum wirkt vom Eidelstedter Wochenmarkt (Alte Elbgaustraße) aus wie eine Burg. Die beiden Eingänge liegen versteckt, einmal in einem Hinterhof und zum anderen abgewandt auf der Nordseite. „Es entstand der Wunsch, die Funktionalität des Hauses zu verbessern“, sagte Bürgerhaus-Chef Holger Börgartz bei der Präsentation der 15 Entwürfe im Theatersaal „99“ des Hauses.
Schon 2011 knüpften die Bürgerhaus-Leute Kontakte zu Stattbau Hamburg Stadtent-
wicklungsgesellschaft. Es wurde beschlossen, gemeinsam mit der Hafen City Universität einen Workshop und Ideenwettbewerb zu veranstalten. Schließlich machten sich die Studenten der Architektur und der Stadtplanung ab 24. November 2012 ans Werk. Zwei Tage waren sie vor Ort und hatten Gelegenheit, das Eidelstedter Zentrum am lebenden Objekt zu studieren. Am 4. Dezember mussten sie ihre Arbeiten vorlegen und bewerten lassen. Eine Jury, darunter die Regionalbeauftragte des Bezirks, Katharina Nagel, Wolfgang Kars-ties, stellvertretender Vorsitzender des Bürgerhausvereins, sowie Hausherr Holger Bör-gartz, bewertete die Entwürfe.
Doch das Ganze hat einen Haken: Für eine Umsetzung der Pläne fehlt aktuell das Geld. „Die Entwürfe stellen Visionen dar“, räumte Börgartz ein. Man wolle trotzdem für die Umsetzung kämpfen, erklärte Kars-ties: „Wir stehen am Anfang eines Prozesses.“ Aufgabe sei es nun, „die Entwürfe auf Realisierungsmöglichkeiten abzuklopfen und Verwaltung und Politik auf unsere Seite zu bringen“.

Der Siegerentwurf
Die Architekturstudenten Matthias Dexheimer und Mathis Grahl nennen ihren Entwurf „E4“. Sie wollen das alte Bürgerhaus „aufschneiden“, so dass vier getrennte Bereiche entstehen mit Café, Gruppenräumen, Leselounge, einer kleinen Sporthalle und Ausstellungsflächen. Indem sie eine Art Glaskörper auf die vier Bereiche setzen, fügen sie alles wieder zusammen. Vergessen haben die beiden angehenden Architekten allerdings das Heimatmuseum – war es ihnen eventuell zu uncool?
Die Ausstellung ist bis 30. April im Obergeschoss des Bürgerhauses, Alte Elbgau-straße 12, zu besichtigen, und zwar von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr. RS
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